Seite wählen
Art is (not) a losing Game – Eigenproduktion der Oberstufengruppe im Markgrafentheater begeisterte das Publikum

Art is (not) a losing Game – Eigenproduktion der Oberstufengruppe im Markgrafentheater begeisterte das Publikum

Mit stehenden Ovationen feierte das Publikum im Markgrafentheater die biographische Performance „Art is a losing Game“, die von der Oberstufengruppe auf die Bühne gezaubert worden war.

50 Minuten lang waren aus Körpern kunstvolle Skulpturen entstanden, hatten sich kreativ präsentierte Texte, live improvisierte Musik, experimentelle Filme und aus Impulsen entstandene Tanzbewegungen zu eindrucksvollen Momenten ergänzt und Bezüge geschaffen zwischen zwei beeindruckenden Künstlerinnen, den Menschen auf der Bühne und im Zuschauerraum.

Die Biographien der Bildhauerin Camille Claudel (1864-1923) und der Sängerin Amy Winehouse (1983-2011) waren Grundlage für die Bewegungsperformance „Art is a losing game“. Ausgehend von Bildern, Zitaten und biographischen Daten erspürte die Gruppe Momente, innere Vorgänge und Beziehungen und setzte sie zu Musik von Debussy, einem Weggefährten von Camille Claudel und zu Songs von Amy Winehouse in Bewegung.

Die ersten Ergebnisse dieser Experimente wurden im April zu einer Werkstattaufführung montiert. Auf dieser Grundlage wurde die Produktion zu den Theatertagen der Bayerischen Gymnasien nach Traunstein eingeladen.
Auszug aus der Begründung der Jury:
„Die Schülerinnen und Schüler der 10. bis 12. Jahrgangsstufe nähern sich zwei Künstlerinnenbiographien auf kreative und performative Weise. Mit Fokus auf Bewegung und Choreographie werfen sie Schlaglichter (…) und verweben geschickt unterschiedliche Zeitläufe mit parallelen schicksalhaften Wendungen und Heimsuchungen. Die Gruppe beeindruckt dabei mit einer intensiven Auseinandersetzung mit den Frauenfiguren und einer geschickten Nutzung von Improvisation, Materialien, Texten und Musik.“

Besonders beeindruckt hatte eine Performance zu improvisierten Kontrabass-Klängen und die Jury hatte sich „noch mehr live Musik“ gewünscht. Dies konnte umgesetzt werden, weil Armin Schulz-Baldes als Pianist die Gruppe nach Traunstein begleitete und auch bei der Abschlussveranstaltung die Szenen mit Klavierimprovisationen bereicherte.

So erlebte sowohl das Fachpublikum beim Festival als auch das Erlanger Publikum im Markgrafentheater die innere Not der Frauen und die Annäherung der Gruppe daran in artifiziellen, aber auch im Moment „gefühlten“ Aktionen. Den Annäherungsprozess spiegelten auch experimentelle Videos, die teilweise den Fokus der Szene verstärkten, teilweise die Vorgänge mit dem eigenen„Kunstort“, dem CEG, verwebten.

Professionell perfekt in Szene gesetzt wurde die Performance durch das Lichtdesign von Simon Bachtik, Beleuchtungsmeister am Schauspiel Erlangen und die Unterstützung durch Frank Zeidler und Lionel Aschka bei Ton und Video.

Zur Erlanger Aufführung war auch die Oberstufen-Theatergruppe des Dientzenhofer-Gymnasiums Bamberg angereist, die ebenfalls bei den Bayerischen Theatertagen eingeladen war und dort das Stück bereits gesehen hatte.

Im Markgrafentheater erlebten aber sowohl die Spielerinnen und Spieler als auch das Publikum (erneut) ein einmaliges beeindruckendes „Kunstwerk“.

Ursula Ittner

Manege frei für den „Zirkus Mortale“

Manege frei für den „Zirkus Mortale“

Die Theatergruppe der 6. Klassen präsentierte ihre Eigenproduktion in der Aula und zeigte „Sterben mit Spaß“.

Jedes Schuljahr im Theaterkurs der 6. Klassen beginnt mit den klassischen Basisübungen zu Raum, Zusammenspiel und Sprache. Doch was sich daraus entwickelt, ist immer ein echtes Abenteuer. In diesem Jahr zeigte sich wieder einmal, wie stark der Zufall Regie führt, wenn man den Interessen der Kinder freien Lauf lässt. Der entscheidende Funke sprang bei einer einfachen Schauspielübung über: „Fallt auf einen Impuls gemeinsam in Ohnmacht!“ Diese Aufgabe machte den Schülerinnen und Schülern so viel Spaß, dass ein kollektiver Wunsch entstand: Die Kinder wollten auf der Bühne so oft wie möglich „sterben“.

Gleichzeitig passierte schon vor Beginn der offiziellen Probenstunden Magisches: Viele Kinder nutzten die Zeit zum Turnen und zu kleinen akrobatischen Übungen. Aus der Fusion dieser beiden Elemente – dem spielerischen Sterben und den akrobatischen Elementen– war die Idee für das eigene Stück geboren: Der „Zirkus Mortale“. Jede Stunde war ab da gefüllt mit sprudelnder Kreativität. In kleinen Gruppen entstanden u.a. ausgehend von der Arbeit mit Tierfiguren oder Formationen eine Fülle von Szenen, die sich die Kinder gegenseitig präsentierten und deren Wirkung und Verständlichkeit sie reflektierten.

Mehr und mehr gewannen die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler Vertrauen in das ausdrucksstarke Spiel ohne Worte. Im fertigen Stück wurden die Szenen dann durch einen Erzähler und durch Musik verknüpft, auch das Publikum wurde einbezogen und die Technik AG sorgte für unterstützende Beleuchtung.

In der gut gefüllten Aula sahen die Zuschauer zu Beginn sofort, wie gefährlich die Zirkus-Show werden sollte: Bereits beim chaotischen Aufbau des imaginären Zirkuszeltes jagte ein Unfall den nächsten: Arbeiter wurden von Stangen und Planen begraben, stürzten von Leitern oder fuhren sich gegenseitig mit dem Gabelstapler um. In einem Videoeinspieler, der während einer Theaterstunde auf Zoom entstanden war, erklärten die „Artisten“ scharfsinnig, warum ihr Job so riskant ist. Und auch im Publikum war die Show nichts für schwache Nerven – das Ensemble demonstrierte eindrucksvoll, dass Zuschauer vor lauter Aufregung jederzeit in Ohnmacht fallen könnten. Die eigentlichen Zirkusnummern brachten schließlich alle Beteiligten in akute Lebensgefahr: Fische mussten vor hungrigen Pinguinen fliehen, Pferde griffen ihren Dompteur an, der Messerwerfer ließ seine Assistentinnen abstürzen und auf dem Hochseil gerieten schließlich alle in heftige Schwierigkeiten. Zudem drückten Gehilfen falsche Schalter, während Rivalität und Rache unter den Artisten zu Giftanschlägen und bewusst provozierten Abstürzen führten.
Am Ende waren die munteren Todesfälle auf der Bühne kaum noch zu zählen, was schließlich den zweiten Teil der Geschichte einleitete. Weitere Inspirationsquelle war nämlich das Kinderbuch Und danach – Gedanken über das große Jenseits von S. und D. Fernàndez. Dort fragen sich Zirkustiere, wie wohl das Leben nach dem Tod aussieht.

Für die Sechstklässler stand auch da fest: Nachspielen kommt nicht infrage, jede Szene musste auf sehr speziellen eigenen Ideen beruhen. Mit unermüdlicher Spielfreude bei den Proben und schließlich auf der Bühne setzten die Kinder ihre eigenen Visionen vom Leben nach dem Tod auf der Bühne um: In fantasievollen Szenen sah man, wie die Verstorbenen im Jenseits ihre Liebsten wieder trafen, im Schlaraffenland landeten oder in einer unendlichen, turbulenten Schleife immer wieder neu geboren wurden. Von den Texten über die Choreografien bis hin zur Szenengestaltung: Die Produktion war am Ende rundum das eigene Ding der Gruppe, eine so freudige Annäherung an dieses existentielle Thema, wie sie wohl nur Kinder schaffen, ein originelles und mutiges Kunstwerk, das mindestens so viel Spaß machte wie ein Zirkusbesuch.

Ursula Ittner

Großer Erfolg für die Oberstufen-Theatergruppe 2026

Großer Erfolg für die Oberstufen-Theatergruppe 2026

Die Eigenproduktion „Art is a losing Game“ eingeladen zu den Bayerischen Theatertagen der Gymnasien – und auch in Erlangen zu sehen

Zwei große Künstlerinnen, zwei tragische Schicksale. Fast einhundert Jahre und ein Ozean trennen die französische Bildhauerin Camille Claudel und die britische Sängerin Amy Winehouse. Die biographische Performance „Art is a Losing Game“ führt die beiden von (Selbst-)Zerstörung geprägten Lebensgeschichten in einer Montage aus Klang, Bild, und Körper zusammen. Experimentelle Videos, Improvisationen am Klavier und am Kontrabass, kreativ gestalteter Text und wenige Requisiten ergänzen das intensive Körperspiel der jungen Performerinnen und Performer.

Die Eigenproduktion beeindruckte bereits die Jury der Bayerischen Theatertage. Die Theatergruppe der 10.-12. Klassen unter der Leitung von Ursula Ittner wurde mit ihrem Stück zum renommierten Festival eingeladen, das gerade jetzt in Traunstein stattfindet.

https://www.theatertage2026.de/#/theaterstuecke

Für die Schulfamilie und Erlanger Theaterfans zeigt die Gruppe das Stück noch einmal im Festivalformat (Dauer 50 Minuten):

Am Montag, 27.7.26 um 19.30 Uhr im Markgrafentheater.

Karten sind im Sekretariat und am Freitag beim Schulfest erhältlich.
(6 Euro/ ermäßigt 3 Euro)

Wie ich mich fühle

Wie ich mich fühle

Wie geht´s dir? Alles in Ordnung? Das wirkt im Alltag oft wie eine Floskel, auf die keine echte Antwort erwartet wird. Wie ich mich fühle? Das ist oft gar nicht so leicht zu sagen.

In einem interdisziplinären Projekt haben deshalb Schülerinnen und Schüler des Christian-Ernst-Gymnasiums nach Wegen gesucht, in Bewegungen, Formationen und Bildern diese Fragen mit dem Körper, mit Bildern, Texten und Musik auszudrücken, prägende Momente festzuhalten sowie kleine Geschichten zu erzählen.

Bei einer Vernissage-ähnlichen Eröffnung im Palais Stutterheim am Montag, den 21.7.2025, standen zunächst ausgewählte, im Kunstunterricht unter der Leitung von Diego Sindbert entstandene Fotografien im Mittelpunkt. Auf diesen setzten sich Schülerinnen und Schüler der elften Jahrgangsstufen ausdrucksstark mit dem Leitthema der Veranstaltung auseinander. Zusätzlich präsentierte die Ausstellung Aufnahmen von Sounds und kurzen Musikstücken, die im Musikunterricht unter Anleitung von Christoph Steiner-Heinlein entstanden waren und die Bilddarstellungen um eine weitere emotionale Ebene ergänzten.
Ihren Widerhall fanden die Fotografien, die sich mit weltpolitischen Ereignissen sowie mit Wünschen der Schülerinnen und Schüler auseinander setzten, anschließend in einem von Cello-Ensemble und Kammerorchester (Ltg. Christoph Steiner-Heinlein) gestalteten Kammerkonzert, welches ebenfalls im Innenhof der Stadtbibliothek stattfinden konnte. Gerahmt von zwei mitreißenden Michael Jackson-Arrangements („Smooth Criminal“ und „Beat it“) zeichneten die Ensembles zwei sehr unterschiedliche Gefühlswelten nach: So stand neben Horst R. Windhagauers düster-volltönend kreisenden „Pezzo ostinato“ Leoš Janáčeks romantisch-schwelgerische „Idylle“ auf dem Programm, die das Kammerorchester gekonnt zu Gehör brachte.

Nach einem Ortswechsel erfuhr die Veranstaltung ihre Fortführung im Markgrafentheater. Dort präsentierte die Theatergruppe der 9.-11. Klassen (Leitung: Ursula Ittner) im Rahmen der Erlanger Schultheatertage eine performative Collage mit dem Titel „Wie ich mich fühle?“. Grundlage und Inspiration waren u.a. Texte, die in einer Schreibwerkstatt unter Leitung von Stefanie Frank und Helmut Haberkamm entstanden waren, erneut Fotografien aus dem Kunstunterricht sowie Kompositionen von Schülerinnen und Schüler des Leistungsfaches Musik (Ltg: Julian Bobe), von denen einige indirekt wirkten, andere in die Szenen integriert wurden. Die Teile ergaben drei Bögen, die das Lebensgefühl der Schülerinnen und Schüler prägen: Der Tagesablauf, der Jahreskreis und schließlich das Leben als Ganzes. Die Schülerinnen und Schüler „kreisten“ dabei um Alltagsmomente ebenso wie um große existentielle Fragen, bewegten sich von Erinnerungen in die Zukunft, reflektierten sich selbst und gingen in Kontakt mit anderen. So verwoben sich die einzelnen Teile zu einem fließenden Ganzen – so wie wir selbst einzelne Gefühle spüren, aber auch ein grundsätzliches Lebensgefühl haben.

Durch die beeindruckende Präsenz der Jugendlichen, die Bühnensituation, die professionellen Beleuchtung des Erlanger Theaters und erneut durch Livemusik verdichteten sich die einzelnen Elemente zu einer atmosphärisch berührenden Show.

Unterstützt wurde die Konzeption des Abends von der Initiative „Bühnenfuxx“ der Bürgerstiftung Erlangen. Deren Ziel sei es laut Initiant Oliver von Flotow, dass „Jugendliche sich öffnen, ihre Gefühle mit künstlerischen Mitteln äußern und Erwachsene hinschauen und zuhören.“

Nach der Theateraufführung bewiesen zahlreiche begeisterte Stimmen über die Art der Darstellung, die Präsenz der Akteure, die Breite der dargestellten Themen, die Qualität der Texte, die Choreografie, die gekonnten Übergänge, über die Musik und vieles mehr ein kreatives Umfeld, einfühlsame Anleitung sowie motivierte und talentierte Akteure, die sich dem Thema stellten und es umsetzten: Eine gelungene künstlerische Teamarbeit!

Ursula Ittner, Christoph Steiner-Heinlein
Fotos: Diego Sindbert, Arne Seebeck

 

Cookie Consent mit Real Cookie Banner