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Starke Schule – stark fürs Leben

Im Schuljahr 2024/25 hat das Christian-Ernst-Gymnasium Erlangen ein umfassendes pädagogisches Konzept mit dem Titel „Starke Schule – stark fürs Leben“ entwickelt und im Schulforum beschlossen. Es bündelt bestehende und geplante Maßnahmen zur Förderung von Gesundheit, Resilienz, Selbstwirksamkeit und sozialer Verantwortung im schulischen Alltag. Zugleich beschreibt es ein gemeinsames Verständnis davon, wie Schule dazu beitragen kann, junge Menschen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu stärken und sie zu selbstständigem, verantwortungsbewusstem und solidarischem Handeln zu befähigen.

Ausgangspunkt für die Entwicklung des Konzepts waren Impulse aus der Schülerschaft. Auf der SMV-Fahrt im Herbst 2024 setzten sich die Klassensprecherinnen und Klassensprecher intensiv mit Themen wie Resilienz, dem Umgang mit Schulstress, psychischen Belastungen und dem Bedürfnis nach einem stärkenden Schulklima auseinander. Aus ihren Analysen und Forderungen entwickelte sich die Idee, das Thema „Wohlbefinden in der Schule“ zu einem Schwerpunkt der Schulentwicklungsarbeit zu machen.

Im zweiten Halbjahr wurde das Thema von der Schulentwicklungsgruppe aufgegriffen, reflektiert und systematisch bearbeitet. Es folgten Veranstaltungen für Elternvertreterinnen und Elternvertreter, ein pädagogischer Nachmittag für das Kollegium sowie strukturierte Dialogformate zwischen Lehrkräften, Eltern und Schülerinnen und Schülern. Auf diese Weise entstand das Konzept in einem partizipativen Prozess, an dem unterschiedliche Gruppen der Schulgemeinschaft beteiligt waren.

Heute umfasst „Starke Schule – stark fürs Leben“ drei miteinander verbundene zentrale Elemente:

Einen pädagogischen Orientierungsrahmen, der Bildung als Lebensbegleitung versteht und schulische Arbeit konsequent mit der Förderung von physischem, psychischem und sozialem Wohlbefinden verknüpft. Er zeigt auf, wie Schule zur Stärkung der Persönlichkeit beitragen kann – nicht nur durch Unterstützung in Krisen, sondern vor allem durch präventive Strukturen, Werteorientierung, Beziehungspflege und eine Kultur der Beteiligung.

Einen Schulkodex, der die gemeinsamen Grundsätze für das Zusammenleben und -arbeiten am Christian-Ernst-Gymnasium konkretisiert. Er formuliert, wie wir miteinander umgehen wollen, welche Haltung unserem gemeinsamen Handeln zugrunde liegt und welche Verantwortung jede und jeder Einzelne für die Gemeinschaft trägt. Damit macht der Schulkodex die grundlegenden Werte unseres pädagogischen Selbstverständnisses im schulischen Alltag sichtbar und gibt ihnen eine gemeinsame, verbindliche Orientierung. Er bildet damit ein zentrales Bindeglied zwischen unserem pädagogischen Anspruch und dem täglichen Handeln aller Mitglieder der Schulgemeinschaft.

Einen systematisch gegliederten Maßnahmenkatalog, der nach den Kategorien Verhaltensprävention und Verhältnisprävention differenziert. Er erfasst bereits vorhandene Angebote – etwa in den Bereichen politische Bildung, Gesundheitsförderung, kulturelle Bildung oder internationaler Austausch – ebenso wie geplante und gewünschte Maßnahmen. Die Übersicht dient damit sowohl als Bestandsaufnahme als auch als Ausgangspunkt für die weitere Schulentwicklung.

Die drei Elemente greifen ineinander: Der Orientierungsrahmen beschreibt unseren pädagogischen Anspruch, der Schulkodex übersetzt ihn in gemeinsame Grundsätze des schulischen Miteinanders, und der Maßnahmenkatalog zeigt, wie dieser Anspruch im schulischen Alltag konkret umgesetzt und weiterentwickelt wird. „Starke Schule – stark fürs Leben“ ist damit weniger ein abgeschlossenes Programm als vielmehr ein gemeinsamer Entwicklungsprozess, der die gesamte Schulgemeinschaft einbezieht.

Das Konzept orientiert sich am ganzheitlichen Prinzip des Whole School Approach sowie an den Leitlinien der UNESCO-Initiative Education for Health and Well-being. Es versteht Gesundheit und Wohlbefinden nicht als isolierte Themen einzelner Angebote, sondern als gemeinsame Aufgabe und als Bestandteil einer Schule, in der Lernen, Persönlichkeitsentwicklung, Beziehung und Verantwortung zusammengehören.

„Starke Schule – stark fürs Leben“ versteht sich zugleich als Beitrag zu einer nachhaltigen Schulentwicklung im Sinne von SDG 3 (Gesundheit und Wohlergehen) und SDG 4 (hochwertige Bildung). Als „interessierte Schule“ im UNESCO-Projektschul-Netzwerk verbindet das Christian-Ernst-Gymnasium pädagogische Praxis mit globaler Verantwortung. Interkulturelles Lernen, Demokratiebildung, Friedenserziehung, Gesundheitsförderung und die Entwicklung einer wertschätzenden Schulgemeinschaft bilden dabei keine voneinander getrennten Aufgaben, sondern gemeinsame Grundlagen unseres schulischen Handelns.

 

Unser pädagogisches Konzept:

Präambel

Das Christian-Ernst-Gymnasium versteht schulische Bildung als umfassenden Entwicklungsprozess der Persönlichkeit. Unser Ziel ist es, jungen Menschen nicht nur Wissen, sondern auch die Fähigkeiten, Werte und Haltungen zu vermitteln, die sie benötigen, um ein gesundes, selbstbestimmtes und verantwortungsvolles Leben zu führen. Bildung und Gesundheit sind eng miteinander verbunden: Wer lernt, lebt gesünder – und wer gesund ist, lernt besser. Ein gutes Bildungsangebot muss deshalb auch die psychische und physische Gesundheit sowie das soziale Wohlbefinden (well-being) aller Lernenden aktiv fördern.

Unser Konzept „Starke Schule – stark fürs Leben“ verfolgt diesen ganzheitlichen Anspruch. Es will Schülerinnen und Schüler stärken – im Umgang mit schulischen und außerschulischen Herausforderungen, in der Entwicklung von Resilienz, Selbstwirksamkeit und Empathie sowie im Aufbau tragfähiger Beziehungen. Es basiert auf der Überzeugung, dass Schule ein sicherer, inklusiver und anregender Lebensraum sein muss, in dem gesundheitliche Risikofaktoren frühzeitig erkannt und abgebaut werden. So können alle Kinder und Jugendlichen unabhängig von ihrer Herkunft ihr Potenzial entfalten.

Dieses Bildungsideal wurzelt in humanistischen, aufklärerischen und psychologischen Traditionen, aber auch in den aktuellen bildungspolitischen Leitlinien der UNESCO, die Gesundheit und well-being als grundlegenden Bestandteil erfolgreicher und gerechter Bildungssysteme verstehen. Die Schule übernimmt damit nicht nur eine vermittelnde, sondern auch eine schützende und befähigende Rolle: Sie bereitet junge Menschen darauf vor, informierte Entscheidungen zu treffen, für sich und andere Verantwortung zu übernehmen und einen aktiven Beitrag zu einer friedlichen und nachhaltigen Zukunft zu leisten.

Unser Ansatz folgt dem Prinzip des whole school approach – eines ganzheitlichen Schulentwicklungsmodells, das well-being nicht als isolierte Aufgabe einzelner Fachbereiche, sondern als gemeinsames Ziel der gesamten Schulgemeinschaft versteht. Pädagogik, Unterricht, Schulkultur, Organisation und Elternarbeit greifen ineinander und wirken synergetisch zusammen, um ein gesundes, unterstützendes und motivierendes Schulumfeld zu schaffen. Nur so kann Schule zu einem Ort werden, an dem junge Menschen nicht nur lernen – sondern auch leben und wachsen. Dabei ist uns bewusst, dass das physische und psychische Wohlbefinden aller Mitglieder der Schulgemeinschaft eine zentrale Voraussetzung für gelingende Bildungsprozesse ist. Gesundheitsförderung verstehen wir deshalb als gemeinsame Aufgabe und gelebte Verantwortung im schulischen Alltag.

Unser Konzept orientiert sich auch an den globalen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen, insbesondere Ziel 3 (Gesundheit und Wohlergehen) und Ziel 4 (Hochwertige Bildung für alle). Wir verstehen schulische Bildung als aktiven Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung, in der Chancengleichheit, Gesundheit, Gerechtigkeit und lebenslanges Lernen für alle Menschen möglich werden. Diese globale Verantwortung beginnt im schulischen Alltag – und prägt unser Handeln vor Ort.

1. Musische Bildung: Kreative Ausdruckskraft als Quelle der Stärke

Als musisches Gymnasium ist kulturelle Bildung ein zentraler Bestandteil unseres schulischen Profils. Alle Schülerinnen und Schüler erhalten die Möglichkeit, sich in musikalischen, darstellenden und bildnerischen Bereichen aktiv einzubringen. Ob im Chor, im Orchester, in Theatergruppen oder in bildnerischen Projekten – kreative Tätigkeit stärkt das Selbstvertrauen, fördert emotionale Ausdrucksfähigkeit und schafft soziale Bindungen. In einem geschützten Rahmen können sich die Jugendlichen ausprobieren, Grenzen überwinden und gemeinsame Erfolge feiern. Kunst wird so zu einem Erfahrungsraum für Selbstwirksamkeit und Selbstfindung und bildet eine tragende Säule für das seelische und soziale well-being unserer Schulgemeinschaft.

2. Politisch-historische Bildung: Orientierung durch Verstehen und Mitgestalten

In einer zunehmend komplexen Welt müssen junge Menschen Orientierung gewinnen und lernen, Verantwortung zu übernehmen. Die politisch-historische Bildung am CEG leistet hierzu einen wesentlichen Beitrag. Als Botschafterschule des Europäischen Parlaments und Teil des UNESCO-Schulnetzwerks engagieren wir uns für Demokratieerziehung, Menschenrechtsbildung und Extremismusprävention. Bereits ab der 8. Jahrgangsstufe setzen sich unsere Schülerinnen und Schüler im Rahmen einer Projektwoche aktiv mit Fragen der Demokratie und gesellschaftlicher Teilhabe auseinander. Außerschulische Lernorte wie Gedenkstätten, Museen oder politische Institutionen sowie der Austausch mit Expertinnen und Experten bereichern und vertiefen die schulische Arbeit. Die Auseinandersetzung mit Geschichte befähigt junge Menschen, gesellschaftliche Entwicklungen kritisch zu reflektieren, Strukturen zu erkennen und Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen. Politisch-historische Bildung stärkt nicht nur Urteilskraft, sondern auch Resilienz – denn wer Zusammenhänge versteht und sich als aktiver Teil der Gesellschaft begreift, kann mit Herausforderungen souveräner umgehen.

3. Internationale und kulturelle Bildung: Weltbegegnung als Bildungsprinzip

Internationale Bildung am CEG ist ein lebendiger Bestandteil schulischen Lebens. Als ErasmusPlus-Schule mit langfristigen Partnerschaften in Polen, Italien, Großbritannien und der Türkei schaffen wir vielfältige Gelegenheiten zu interkulturellem Austausch, projektbasiertem Lernen und persönlicher Begegnung. Schülerinnen und Schüler beteiligen sich regelmäßig an Auslandsfahrten, lernen andere Bildungssysteme und Lebenswelten kennen und reflektieren ihr eigenes Handeln im europäischen Kontext. Im Sinne des UNESCO-Konzepts einer global citizenship education fördern wir ein Bewusstsein für kulturelle Vielfalt, gemeinsame Werte und globale Verantwortung. Kulturelle Bildung spielt dabei eine tragende Rolle: Musik, Kunst, Theater und Literatur werden gezielt als Verständigungsmittel eingesetzt und ermöglichen emotionale Zugänge zu fremden Lebenswirklichkeiten. Die Jugendlichen bringen sich kreativ ein, gestalten Begegnungen mit und erfahren: Ihre Ideen und Ausdrucksformen sind wertvoll und wirksam. Diese Erfahrungen erweitern nicht nur den Horizont – sie stärken Selbstbewusstsein, Empathie und interkulturelle Kompetenz. Internationale und kulturelle Bildung macht unsere Schülerinnen und Schüler zu offenen, verantwortungsvollen jungen Menschen, die sich in einer vernetzten Welt zurechtfinden und sie aktiv mitgestalten können.

4. Gesundheitsprävention: Bewusstsein, Balance und Bewegung

Das physische und psychische well-being ist eine Grundvoraussetzung für gelingende Bildung. Gesundheitsprävention ist daher ein fester Bestandteil des schulischen Lebens am CEG. Unser Sportunterricht fördert nicht nur körperliche Fitness, sondern auch Teamfähigkeit, Ausdauer, Fairness und den Umgang mit Erfolg und Niederlage. Bewegung wird so zur Schule des Lebens. Im Fach Biologie sowie in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt und weiteren externen Partnern thematisieren wir altersgerecht Fragen der Suchtprävention, Ernährung, Sexualität und psychischen Gesundheit. In Projekten und Workshops werden individuelle Schutzfaktoren gestärkt und konkrete Bewältigungsstrategien vermittelt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt im Bereich Medienbildung: Im Rahmen unseres schulischen Digitalkonzepts sensibilisieren wir gezielt für Risiken wie Internet- oder Videospielsucht. Gleichzeitig befähigen wir die Jugendlichen zu einem reflektierten und selbstbestimmten Umgang mit digitalen Medien. Durch unsere kontinuierliche Beteiligung an der Initiative „Gute gesunde Schule“ entwickeln wir zudem innovative gesundheitsförderliche Konzepte, die den Alltag aller Mitglieder der Schulgemeinschaft positiv beeinflussen.

5. Berufs- und Lebensorientierung: Zukunft als gestaltbarer Raum

Ein zentrales Element des well-being ist die Zuversicht, das eigene Leben gestalten zu können. Deshalb legen wir großen Wert auf eine strukturierte und individuelle Berufs- und Lebensorientierung. Bereits ab der Mittelstufe begleiten wir unsere Schülerinnen und Schüler durch Kompetenzanalysen, Betriebserkundungen, Praktika und Bewerbungstrainings. Kooperationen mit der Agentur für Arbeit, Hochschulen und regionalen Unternehmen eröffnen realistische Perspektiven. Ziel ist es, die Jugendlichen bei der Entwicklung eines beruflichen Selbstkonzepts zu unterstützen und ihnen Mut zur Entscheidung und Veränderung zu machen. Die Berufsorientierung am CEG versteht sich nicht als bloße Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt, sondern als ganzheitlicher Prozess der Lebensplanung. Selbstkenntnis, Eigenverantwortung und Vertrauen in die eigene Zukunftsfähigkeit stehen im Mittelpunkt – wesentliche Elemente eines resilienten Lebensentwurfs.

6. Digitale Bildung: Medienkompetenz als Teil moderner Lebensbildung

Digitale Bildung ist integraler Bestandteil der Persönlichkeitsentwicklung. Unser Digitalkonzept verfolgt das Ziel, Medienkompetenz nicht nur technisch, sondern auch ethisch, kreativ und kritisch zu fördern. Schülerinnen und Schüler sollen digitale Werkzeuge sinnvoll nutzen, ihre Informationskompetenz stärken und sich sicher in digitalen Räumen bewegen können. Dabei geht es auch um Prävention: Themen wie Cybermobbing, Datenschutz, digitale Selbstdarstellung und Medienabhängigkeit werden offen und handlungsorientiert thematisiert. Gleichzeitig ermutigen wir zu kreativem Einsatz digitaler Tools – etwa beim Programmieren, Erstellen eigener Projekte oder im Rahmen internationaler Online-Kollaborationen. Digitale Bildung am CEG ist so gestaltet, dass sie Selbstwirksamkeit stärkt, Handlungssicherheit gibt und den kritischen Umgang mit Medien im Sinne einer verantwortungsvollen digitalen Bürgerschaft ermöglicht.

7. Schulkultur: Gemeinschaft leben, Verantwortung übernehmen

Eine tragfähige Schulkultur schafft die Grundlage für schulisches und persönliches Gedeihen. Am CEG pflegen wir einen respektvollen und wertschätzenden Umgang zwischen Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Eltern. Der achtsame Umgang mit dem Schulraum, die Einhaltung verbindlicher Regeln und das konstruktive Bearbeiten von Konflikten sind Ausdruck einer gelebten Verantwortungskultur. Ein zentraler Baustein ist die Erziehungspartnerschaft zwischen Schule und Elternhaus. Wir betrachten Eltern nicht nur als Begleiter, sondern als aktive Mitgestaltende des Erziehungsprozesses. Offenheit, Vertrauen und gegenseitige Verantwortung bilden die Basis für eine gelingende Zusammenarbeit. Diese Partnerschaft lebt vom Engagement beider Seiten: Auch Eltern stehen in der Verantwortung, das well-being ihrer Kinder durch kooperative Mitarbeit und Unterstützung schulischer Ziele zu fördern. So entsteht eine Schule, in der Gemeinschaft nicht nur Thema, sondern Wirklichkeit ist – ein Raum, in dem junge Menschen wachsen können.

Abschließende Bemerkung

Das Konzept „Starke Schule – stark fürs Leben“ versteht Schule als Lebensraum, in dem Hilfe angeboten, aber vor allem Stärkung vermittelt wird. Es ist getragen von der Überzeugung, dass Bildung nicht nur Wissen, sondern auch Lebenskompetenz vermittelt. Die hier skizzierten Bereiche bilden in ihrer Gesamtheit die Struktur, in der Schülerinnen und Schüler innere Stärke, soziale Verantwortung und psychische Widerstandskraft entwickeln können. So wird das CEG zu einem Ort, an dem junge Menschen nicht nur lernen, sondern leben und wachsen.

 

Starke Schule – stark fürs Leben

Kodex für ein gutes Miteinander am CEG

Einleitung

 Der vorliegende Kodex ist ein weiterer Baustein des Konzepts „Starke Schule – stark fürs Leben“.

 Während das pädagogische Rahmenkonzept die gemeinsamen Leitgedanken beschreibt, übersetzt der Kodex dieseGrundsätze in gemeinsame Haltungen und Verhaltensweisen für den schulischen Alltag.

 Er wurde in einem gemeinsamen Entwicklungsprozess von Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrkräften entwickelt. Alle Beteiligten waren eingeladen, sowohl ihre Erwartungen an die anderen Mitglieder der Schulfamilie als auch ihren eigenen Beitrag zu einer stärkenden Schulkultur zu formulieren. Aus diesen Perspektiven ist der vorliegende Kodex entstanden.

 

Wir als Schulfamilie verpflichten uns …

  • einander mit Respekt, Verständnis und einer wohlwollenden Grundhaltung zu begegnen.
  • miteinander und nicht übereinander zu sprechen.
  • Konflikte direkt, sachlich und konstruktiv zu klären.
  • Verantwortung für ein positives und vertrauensvolles Schulklima zu übernehmen.
  • unsere jeweiligen Aufgaben mit hohem Anspruch an uns selbst zu erledigen.
  • unterschiedliche Perspektiven zu respektieren und Toleranz aktiv zu leben.
  • zu einem Umfeld beizutragen, in dem sich alle sicher und angenommen fühlen.
  • im digitalen Raum achtsam, respektvoll und verantwortungsbewusst zu handeln.
  • gemeinsame Regeln und organisatorische Abläufe verlässlich einzuhalten.

Wir als Schulfamilie wünschen uns …

  • eine Schule, in der sich alle ernst genommen und wertgeschätzt fühlen.
  • eine Atmosphäre, in der Fehler als Teil des Lernens akzeptiert werden.
  • ein positives, unterstützendes Lernklima, das Motivation und Entwicklung fördert.
  • eine Gemeinschaft, die von Vertrauen, Offenheit und Zusammenhalt geprägt ist.
  • transparente Entscheidungen und Möglichkeiten zur Mitgestaltung des Schullebens.
  • eine Balance zwischen Leistung, Gesundheit und persönlicher Entwicklung.

 

 

Wir als Schülerinnen und Schüler verpflichten uns …

  • allen Mitgliedern der Schulgemeinschaft respektvoll, höflich und offen zu begegnen.
  • Diskriminierung, Mobbing und Ausgrenzung nicht zu tolerieren und Zivilcourage zu zeigen.
  • aktiv am Unterricht teilzunehmen und zu einer positiven Lernatmosphäre beizutragen.
  • unsere Aufgaben zuverlässig zu erledigen und Fristen einzuhalten.
  • Probleme und Konflikte offen und respektvoll anzusprechen.
  • Verantwortung für unser Lernen zu übernehmen, Leistungsbereitschaft und Ausdauer zu zeigen und selbstständig Lösungen zu suchen.
  • andere zu unterstützen und hilfsbereit zu sein.
  • mit dem Schulgebäude, Materialien und digitalen Medien sorgsam und verantwortungsvoll umzugehen.
  • im digitalen Raum respektvoll zu handeln und keine verletzenden Inhalte zu verbreiten.
  • uns als Teil einer Lerngemeinschaft zu verstehen und die Auswirkungen unseres Handelns auf andere zu berücksichtigen.
  • uns altersangemessen zu verhalten, um Maßregelungen durch Lehrkräfte möglichst gering zu halten.

Wir als Schülerinnen und Schüler wünschen uns …

von den Lehrkräften

  • transparente und nachvollziehbare Leistungsanforderungen und Bewertungskriterien.
  • Unterricht, der verständlich, lebensnah und motivierend gestaltet ist.
  • die Möglichkeit, unsere Meinung frei zu äußern und mitzuwirken.
  • professionelle Rückmeldungen, die sich an unserer individuellen Lernentwicklung orientieren und auf pauschale Vergleiche mit anderen Schülerinnen und Schülern oder Klassen verzichten.
  • dass außergewöhnliche persönliche Belastungssituationen bei Leistungsanforderungen und Rückmeldungen angemessen berücksichtigt werden.
  • verlässliche Ansprechpersonen bei Problemen.

von den Eltern

  • Unterstützung gerade in schwierigen Situationen
  • Verständnis für Leistungsschwankungen
  • Vermeidung von übersteigertem Leistungsdruck

 

Wir als Eltern verpflichten uns …

  • unser Kind im Lernen zu unterstützen und organisatorische Anforderungen zuverlässig zu erfüllen (z. B. Rücklaufzettel, Fristen, Zahlungen).
  • Interesse am Schulalltag unseres Kindes zu zeigen und es bei Herausforderungen zu begleiten.
  • bei Problemen frühzeitig das direkte Gespräch zu suchen.
  • respektvoll mit Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern sowie anderen Eltern zu kommunizieren.
  • unser Kind darin zu unterstützen, eigene Anliegen selbst zu formulieren und Verantwortung zu übernehmen.
  • unser eigenes Verhalten zu reflektieren und konstruktiv zur Zusammenarbeit beizutragen.
  • unsere Kinder im verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien zu begleiten.
  • im Sinne der Erziehungspartnerschaft wertschätzend über Schule zu sprechen und schulische Entscheidungen mitzutragen.

Wir als Eltern wünschen uns …

  • frühzeitige Information bei Problemen oder Unterstützungsbedarf.
  • Klarheit über Zuständigkeiten und verlässliche Kommunikationswege.
  • dass Herausforderungen gemeinsam und lösungsorientiert angegangen werden.

 

 

Wir als Lehrkräfte verpflichten uns …

  • allen Schülerinnen und Schülern wertschätzend, respektvoll und gerecht zu begegnen.
  • Unterricht klar zu strukturieren, transparent zu gestalten und nachvollziehbar zu organisieren sowie den Rahmen für eine positive Lernatmosphäre zu schaffen.
  • Anforderungen koordiniert und realistisch zu gestalten und Belastungen im Blick zu behalten.
  • Probleme frühzeitig anzusprechen und lösungsorientiert zu begleiten.
  • Schülerinnen und Schüler in ihrer Selbstständigkeit und Verantwortung zu stärken.
  • konstruktives Feedback zu geben und eine positive Lern- und Fehlerkultur zu fördern.
  • im Kollegium sowie mit Eltern kooperativ und vertrauensvoll zusammenzuarbeiten.

Wir als Lehrkräfte wünschen uns …

von den Schülerinnen und Schülern:

  • dass sie sich als Teil einer verantwortungsvollen Lerngemeinschaft verstehen.
  • Leistungswillen und Bewusstsein für die anspruchsvollen Anforderungen des Gymnasiums.
  • Zuverlässigkeit bei der Erledigung schulischer Pflichten (Hausaufgaben, Material, Fristen, organisatorische Abläufe).
  • dass Anliegen und Kritik über die vereinbarten Kommunikationswege eingebracht werden (Gespräch mit Fachlehrkraft → Klassenleitung → weitere Instanzen).
  • Bereitschaft, sich an gemeinsam vereinbarte Regeln und organisatorische Abläufe zu halten.
  • eine angemessene und situationsgerechte Gestaltung von Kleidung im schulischen Kontext.

von den Eltern:

  • ein klares Bekenntnis zur Erziehungspartnerschaft mit der Schule.
  • Unterstützung schulischer Regeln und Abläufe sowie Verzicht auf individuelle Sonderregelungen, wenn sie dem gemeinsamen Rahmen widersprechen.
  • eine wertschätzende Haltung gegenüber Schule und Lehrkräften, auch im Gespräch mit den Kindern.

Unser gemeinsames Ziel

Wir wollen eine Schule sein,

  • in der Respekt und Vertrauen den Alltag prägen,
  • in der sich alle sicher fühlen,
  • in der alle die Möglichkeit erhalten, die eigenen Begabungen und Potenziale bestmöglich zu entfalten,
  • in der Eigenmotivation, Anstrengungsbereitschaft und Ausdauer gefördert werden,
  • in der Lernen gelingt, weil Menschen einander unterstützen,
  • in der Bildung, Persönlichkeitsentwicklung und Wohlbefinden einander ergänzen,
  • und in der alle die Möglichkeit haben, stark fürs Leben zu werden.

Als UNESCO-Projektschule orientiert sich das Christian-Ernst-Gymnasium am Gedanken des whole school approach und am UNESCO-Konzept „Education for Health and Well-being“.

 Bildung, Wohlbefinden und Persönlichkeitsentwicklung werden dabei als gemeinsame Aufgabe der gesamten Schulgemeinschaft verstanden. Der Kodex macht diesen Anspruch im täglichen Miteinander konkret erfahrbar und bildet damit die verbindliche Grundlage unserer
gemeinsamen Schulkultur.

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