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Gute Nachrichten

Gute Nachrichten

„Gute Nachrichten“ – unter diesem Motto sind wir am Freitag, den 26.11.2021, mit Texten und Gesang in die Frühschichten im Advent 2021 gestartet.

Insgesamt vier Andachten sind bis zum Weihnachtsgottesdienst am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien geplant. Es ergeht herzliche Einladung an alle Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler.

Andrea Huttner

Das CEG krempelt die Ärmel hoch…

Das CEG krempelt die Ärmel hoch…

Am Mittwoch, den 24.11.2021, wurden im CEG etliche Kolleginnen und Kollegen geboostert.
Diese Impfaktion, die die Schulleitung des CEGs recht spontan in die Wege geleitet und organisiert hat, wurde ärztlich verantwortet von der ehemaligen CEG-Schülerin Elisabeth Müller.

Das Kollegium hat dieses Impfangebot sehr zahlreich und begeistert angenommen und war äußerst dankbar für die schnelle und unkomplizierte Möglichkeit, sich impfen zu lassen!

So funktioniert das CEG – wir halten zusammen!

Julian Bobe

Lesen

Historische Kinder- und Jugendbücher (2002)

1996 erschien im Cornelsen Verlag das zweibändige „Lesebuch Geschichte. Das historisch-politische Jugendbuch im kreativ-handlungsorientierten Unterricht“. Das Lehrerhandbuch enthielt außer Unterrichtsvorschlägen eine kommentierte Liste mit mehr als 300 historischen Jugendbüchern. Da das Angebot auf dem Jugendbuchmarkt sehr schnell wechselt, ältere Werke oft schon bald vergriffen sind und ständig neue Titel erscheinen, wurde die kommentierte Bücherliste im Historischen Forum fortgesetzt. Sie orientiert sich an dabei am Lehrerhandbuch des „Lesebuchs Geschichte“ und gibt außer einer kurzen Inhaltsangabe folgende Beurteilung:

  • Ausstattung
  • Beurteilung von Sprache und Inhalt
  • Zeitraum des Geschehen
  • Historisch-politische Kernaussagen und behandelte Probleme
  • Geeignetes Alter, Einsetzbarkeit im Unterricht
  • Fächer, die von dem Buch betroffen sind (außer Deutsch und Geschichte)

Die nachfolgenden Bücher, eine überarbeitete Auswahl aus den Besprechungen der Jahre 2001 – 2004, sind nach Epochen geordnet.

Altertum

Eloise Jarvis McGraw: Tochter des Nils. Weinheim und Basel: Beltz 2000.

In Ägypten regiert Hatschepsut als Pharao und sie verhindert, dass ihr Stiefsohn Thutmosis an die Macht kommt. Nahare, einer ihrer Berater, kauft in Memphis die Sklavin Mara, weil sie Babylonisch kann und sehr einfallsreich und keck ist. Sie soll für Inanni, die für Thutmosis bestimmte Braut aus Kanaan, dolmetschen und gleichzeitig den Prinzen ausspionieren. Auf dem Schiff nach Theben lernt Mara den Fürsten Scheftu kennen, einen Anhänger von Thutmosis, der ihr gut gefällt. Scheftu nutzt das aus und lässt durch Botschaften mit Thutmosis übermitteln. Gemeinsam bereiten sie einen Aufstand vor, um Hatschepsut zu stürzen. Das nötige Geld soll durch einen Grabraub beschafft werden. Mara gerät in ihrer Doppelrolle zunehmend in Schwierigkeiten, und Scheftu hält sie schließlich für eine Verräterin. Als ohne ihr Verschulden die Pläne für den Aufstand aufgedeckt werden, kann sie Scheftu gerade noch warnen. Aber sie wird entlarvt und ausgepeitscht, um ihr Wissen preiszugeben. Der erfolgreiche Aufstand rettet ihr und Scheftu das Leben. Thutmosis wird Pharao, und Scheftu nimmt Mara zur Frau.

  • Erklärung von Orten, Begriffen, Göttern und Personen.
  • Spannende Erzählung, bei der das Leben in Theben und am Hof des Pharao den Hintergrund bildet; dramatische und gelegentlich etwas übertriebene Schilderung (Maras Schwärmerei für Scheftu), was aber jugendliche Leser kaum stören dürfte.
  • Ägypten zur Zeit der Königin Hatschepsut (1493-1490), 18. Dynastie.
  • Kampf um die Macht am Hof; Sklaverei, Fremdsein (Inanni)
  • 11 – 13; Klassenlektüre; Auszüge (Kapitel „Das Haus der Ewigkeit“ über Grabraub).
Eloise Jarvis McGraw: Der goldene Kelch. Weinheim und Basel: Beltz 1999

Als der Goldschmied Thutra stirbt, kann sein Sohn Ranofer das Handwerk des Vaters nicht lernen. Gebu, sein brutaler Halbbruder, lässt in zwar bei einem Goldschmied arbeiten, aber nur, um durch ihn gestohlenes Gold aus der Werkstatt zu schaffen. Ranofer schöpft Verdacht und erreicht, dass der Dieb entlassen wird. Aber daraufhin muss er in Gebus Steinmetzwerkstatt arbeiten. Als Ranofer bemerkt, dass Gebu plötzlich sehr viel Geld hat, will er die Quelle seines Reichtums herausfinden. Zusammen mit seinen Freunden, dem Goldschmiedlehrling Heqet und einem alten Papyrusschneider, beobachtet er Gebu und dessen Freunde, aber ohne Erfolg. Da entdeckt Ranofer bei Gebu einen prunkvollen Kelch, der aus dem Grab des Pharaos Thutmosis stammt. Nun weiß er, dass sein Bruder Grabräuber ist. Er verfolgt ihn und einen seiner Kumpane ins Tal der Könige, beobachtet sie beim Eindringen in ein Grab und kann ihnen mit Mühe entkommen. Mit Hilfe seiner Freunde hält er die Räuber im Grab gefangen und meldet den Vorfall am Hof des Pharao. Nach anfänglicher Skepsis glaubt man ihm. Ranofer und seine Freunde werden reich belohnt, und er darf endlich eine Lehre als Goldschmied beginnen.

  • Erklärung von Orten, Begriffen, Göttern und Personen.
  • Spannende Handlung, bei der das Leben im alten Ägypten einen unaufdringlichen Hintergrund bildet; dramatische und etwas übertriebene Schilderung der Ereignisse im Pharaonengrab.
  • Ägypten zur Zeit der Königin Teje (1386-1349), 18. Dynastie.
  • ägyptisches Alltagsleben; Grabraub, Handwerk (Goldschmied, Steinmetz); Freundschaft, Mut, Gewalt.
  • 11 – 13; Klassenlektüre.
Lola Gandara: Hüte dich vor Caesars Rache. München: dtv 2000. 236 S.

Drusus Dimitrius Manlius (17) und seine 13-jährige Schwester Porcia leben bei ihrem Onkel, dem Senator Marius Dimitrius Manlius in Rom. Weil der Senator an der Verschwörung gegen Caesar beteiligt war und nicht den Anhängern des toten Diktators in die Hände fallen will, tötet er sich selbst. Vorher übergibt er seinem Neffen ein geheimes Dokument, von dem man später erfährt, dass es die Namen aller Verschwörer enthält. Drusus und sein ägyptischer Diener Membo suchen bei dem befreundeten Senator Flavius Valerius Arrius Zuflucht, doch als dieser ermordet wird, tauchen sie in der Subura unter, wo sie unter den einfachen Leuten Freunde finden. Porcia, die sich in einem Brunnen versteckt hat, enteckt einen unterirdischen Gang, der zum Vestatempel führt. Sie beschließt, bei der Gemeinschaft der Vestalinnnen zu bleiben. Quintus Semprosius Cinna, der auch in die Verschwörung verwickelt war, aber inzwischen zum Quaestor ernannt wurde, will das Dokument an sich bringen und verfolgt Drusus und will ihn töten, doch mit Hilfe seiner Freunde gelingt ihm die Flucht.

  • Im Anhang Stadtplan von Rom; Plan der unterirdischen Gänge, römische Tageseinteilung.
  • Das Buch steht in der Tradition der bekannten „Gaius“-Romane von Henry Winterfeld. Spannende Handlung, die aus wechselnden Perspektiven erzählt wird); Rückblicke auf die Geschichte der Familie durch Procias Tagebuch. Dramatische und übertriebene Schilderung der Flucht, was aber jugendliche Leser kaum stören dürfte.
  • Rom zwischen 15. März und 8. Mai des Jahres 44 v. Chr.
  • Ermordung Caesars, Machtübernahme durch Marcus Antonius, römisches Alltagsleben; Zivilcourage, Solidarität, Sklaverei, priesterliches Leben.
  • 11 – 13, Klassenlektüre.
  • Latein.

Mittelalter

Michael Cadnum: Im Zeichen des Kreuzes. Ravensburger Buchverlag Otto Maier 2001.

Edmund ist bei einem Schmied in Nottingham in der Lehre. Als seinem Meister wegen der Fälschung von Münzen eine Hand abgehackt wird und er dabei stirbt, droht ihm dasselbe Schicksal. Aber das Eingreifen des Sheriffs rettet ihn vor dieser Strafe. Edmund muss stattdessen als Knappe einen Ritter auf den Kreuzzug begleiten. Zusammen mit Hubert, dem Sohn eines Händlers, bricht Edmund mit den Rittern Nigel und Rannulf auf. Ihr Weg führt durch Frankreich und schließlich mit dem Schiff über Venedig nach Palästina, wo sie sich dem Kreuzfahrerheer vor Akko anschließen. Die Belagerung dieser Stadt dauert viele Monate, und als sie erobert wird, lässt König Richard Löwenherz mehr als 2000 unbewaffnete Gefangene abschlachten. Edmund und Hubert sind von der Sinnlosigkeit des Krieges und der Grausamkeit der Kreuzfahrer abgestoßen. Als Sir Nigel in der Schlacht von Arsuf schwer verletzt wird, entschließt sich die Gruppe, nach England zurückzukehren, ohne Jerusalem erreicht zu haben.

  • Nachwort „Über dieses Buch“.
  • Edmund tritt als Ich-Erzähler auf. Im ersten Teil des Buches schildert er sehr anschaulich die Ereignisse in England und die Reise nach Palästina, im zweiten Teil die Belagerung von Akko, den Marsch des Heeres und die Schlacht von Asruf. Die Darstellung ist spannend, anschaulich und sehr eindringlich.
  • England und Palästina zur Zeit des 3. Kreuzzuges (1191).
  • Alltagsleben in England und beim Belagerungsheer in Palästina; mittelalterliche Strafen; Krieg, Belagerung; Freundschaft, religiöse Intoleranz., Brutalität des Krieges.
  • 12 – 14; Klassenlektüre.
  • Religion.
Annika Thor: Wie ein brennender Vogel. Hamburg: Carlsen 2002. 159 S.

Matthias ist der jüngere Sohn eines Bauern, der in der Nähe von Lübeck einen kleinen Hof bewirtschaftet. Als er 14 ist, wird er als Lehrling in das Hansekontor nach Bergen geschickt. Dort freundet er sich mit Simon, einem anderen Lehrling, an. Diese Freundschaft hilft ihm, die Arbeit, das harte Leben und das oft brutale Verhalten der anderen Lehrlinge zu ertragen. Simon verliebt sich in das norwegische Mädchen Jorun und will mit ihr fliehen, doch werden seine Pläne bekannt. Als er bei den alljährlichen Initiationsriten für die Lehrlinge fast zu Tode geprügelt wird, setzt er das Haus in Brand und nimmt sich das Leben. Matthias nutzt die Aufregung bei den Löscharbeiten, flieht aus dem Kontor und geht mit Jorun in ihr Heimatdorf. Dort werden sie von Verwandten aufgenommen. Als Jorun ein Kind bekommt, übernimmt Matthias die Vaterschaft. Er bleibt bei Jorun und lebt als Bauer in ihrem Dorf.

  • Karte und Ansicht von Bergen
  • Einleitung und Schluss als Rahmen (Matthias erzählt seiner Tochter die Geschichte seines Lebens). Eindringlicher und anschaulicher Roman über das Schicksal von jungen Menschen im 15. Jahrhundert.
  • Lübeck und Bergen um 1475.
  • Alltagsleben auf einem Bauernhof und in einem Handelskontor – Freundschaft, Sexualität, Umgang mit Fremden (Deutsche und Norwegen)
  • 13 – 14; Klassenlektüre; Auszüge.

Frühe Neuzeit (1500 – 1800)

Elisabeth Borton de Trevino: Der Freund des Malers. Weinheim, Basel: Beltz & Gelberg 2001. 223 S.

Juan de Parejo wird zu Beginn des 17. Jahrhunderts in Sevilla als Sklave geboren. Nach dem Tod
seiner Herrin kommt er in das Haus des Malers Velazquez nach Madrid. Er lernt alle Arbeiten, die für das Malen notwendig sind, erlebt, welches Ansehen sein Herrn beim spanischen König genießt, und begleitet ihn auf zwei Italienreisen. Seinem größten Wunsch, selbst zu malen, kann er als Sklave nur heimlich nachgehen. Aber schließlich schenkt Velazquez ihm die Freiheit. Juan heiratet die schwarze Haussklavin, die ebenfalls freigelassen wird. Nach dem Tod von Velazquez und seiner Frau gehen sie nach Sevilla, wo Juan als Maler arbeitet.

  • Nachwort.
  • Etwas irreführender deutscher Titel, denn eine Freundschaft entsteht erst am Ende des Buches; gut recherchierte Geschichte über die Beziehung zwischen zwei sehr verschiedenen Menschen, die von Juan in der ersten Person sehr lebendig erzählt wird; anschauliche Charakteristik der beteiligten Personen.
  • Spanien 1610-1660.
  • Hof, Künstler und Alltag in Spanien im 17. Jahrhundert; Velazquez und Murillo; Sklaverei; Familienleben, Freundschaft, Emanzipation.
  • 13 – 14; Ausschnitte; eventuell Grundlage für ein fächerübergreifendes Projekt.
  • Kunsterziehung, Religion.
Sigrid Heuck: Der Fremdling. Stuttgart, Wien 2001. 174 S.

In der Nähe des hessischen Dorfes Niederkleen bleibt nach einem Gefecht der Junge, der im schwedischen Heer die Trommel schlägt, schwer verwundet zurück. Anne, die Amme der Pfarrerfrau, und Emerenzia Stipp, die den Hof ihres Onkels bewirtschaftet, pflegen ihn gesund. Johannes Michael ist ein Waisenkind, das seine Eltern nicht kennen gelernt hat. Langsam gewöhnt er sich an das bäuerliche Leben, aber die anderen Jungen im Dorf und die Knechte auf dem Hof lehnen ihn als Fremden ab. Als bei einer Rauferei ein Junge regungslos liegen bleibt, glaubt Michel, er habe ihn getötet, läuft davon und lebt einige Monate bei Bauern in einem anderen Dorf. Als deren Hof überfallen wird, kehrt er nach Niederkleen zurück. Weil er sehr fleißig und geschickt ist, wird es schließlich Großknecht. Mit Emmerenz, die durch eine Hasenscharte entstellt und deshalb auch eine Außenseiterin ist, entsteht eine Freundschaft und Zuneigung. Als Emmerenz schwanger ist, heiraten die beiden. Der Onkel von Emmerenz, der keine Kinder hat, überschreibt ihnen den Hof.

  • Nachwort und Worterklärungen.
  • Einfach und eindringlich erzählte Geschichte; die im Buch vorkommenden Personen haben wirklich gelebt und sind Vorfahren der Autorin.
  • Hessen, die letzten Jahre des Dreißigjährigen Kriegs (1646-48) und die Jahre danach.
  • Bäuerliches Leben, Krieg und Frieden; Außenseiter, Ausgrenzung, Freundschaft.
  • 13 – 14; Klassenlektüre.
  • Religion/Ethik.
Lydia Rood: Wo immer ich gehe, ich nehme dich mit. Wien: Ueberreuter 2003, 360 S.

Das Buch beginnt mit einem Vorspiel. Ein dunkelhäutiger Junge, ein Junge mit hellbrauner Haut und ein weißes Mädchen spielen in Amsterdam auf der Straße ein afrikanisches Märchen von der Spinne Anansi. Dieses Thema wird in den Zwischenspielen fortgeführt. – Der Roman erzählt in fünf Teilen die Geschichte von Kofi, der als Sklave von Ghana nach Surinam gebracht wird, und von seinen Nachkommen. Im Jahre 1700 kommt der niederländische Kaufmannssohn Willem van Doomburg nach Fort Sint Joris bei Elmina in Ghana. Dort begegnet er dem Sklaven Kofi, der als Sohn einer Sklavin an die Weißen verkauft wurde. Bei der Überfahrt nach Südamerika überlebt er die Strapazen der Reise und kommt nach mehreren Monaten in Surinam am, wo er an einen Plantagenbesitzer verkauft wird. Dort verliebt er sich in die Sklavin Efua, die er später heiratet. Vierzig Jahre später werden seine Urenkel Yaha und Kofi von „Marrons“ („Buschneger“, geflohene Negersklaven) befreit. Zusammen mit ihnen leben sie über hundert Jahre lang in dem kleinen Dorf Kibripresi in Obersurinam. Eine ihren Nachkommen wird 1863 nach Paramaribo gebracht, weil sie krank ist. Nach ihrer Heilung beschließt sie in der Stadt zu bleiben, nachdem die Sklaverei inzwischen abgeschafft ist. Sie heiratet den Schreiner Isaac (Sasibo). Die Geschichte endet im Jahre 2000 in Amsterdam. Weston, ein Nachkomme Kofis aus Surinam, kommt nach Amsterdam, um dort eine Schule zu besuchen. Er lernt den Ghanaer Kofi, der mit seinen Eltern in Amsterdam lebt, und das holländische Mädchen Helmi (Wilhelmine) kennen. Helmi erfährt durch alte Briefe, dass einer ihrer Vorfahren Willem van Doomburg war. Die drei gründen eine Theatergruppe und fahren mit dem Geld, das sie dabei verdienen, in Kofis Heimat. Später wollen sie auch Surinam besuchen.

  • Liste der fremden Begriffe; Stammbaum; Karte im Umschlag. Genauere Karten von Ghana und Surinam wären wünschenswert gewesen.
  • Sehr anschaulich und eindringlich erzählte Familiensaga, die auf drei Kontinenten spielt; das Ende (Zusammentreffen der drei Jugendlichen) wirkt etwas konstruiert; eindringliche Landschaftsschilderungen.
  • 1700/1701 (Ghana, Atlantik, Surinam), 1742/43 (Surinam: Plantage und Kibripresi), 1863 (Paramaribo), 2000 (Amsterdam).
  • Sklaverei und Sklavenbefreiung, Migration; Familientraditionen, Freundschaft, afrikanische Märchen, Toleranz.
  • Aufgrund des Umfangs als Klassenlektüre weniger geeignet; Einzelszenen, Referat.
  • Erdkunde.
Rainer M. Schröder: Das Geheimnis des Kartenmachers. Würzburg: Arena 2002. 428 S.

Der 16jährige Caspar Sebald ist der Sohn des Wirts in dem Augsburger Wirthaus „Zum schwarzen Hahn“. Weil er als Malerlehrling einen Domherrn beleidigt hat, wird er in den Kerker geworfen und an den Pranger gestellt. Außerdem verliert er seine Lehrstelle. Im Wirthaus schikanieren ihn sein Vater und sein älterer Bruder. Doch durch seine Fähigkeit, sich ein Bild in wenigen Sekunden einzuprägen und es nachzuzeichnen, lockt er Gäste an. Einer von ihnen, ein Fremder mit einem Holzbein, bietet ihm an, als Lehrling in seiner Druckerei zu arbeiten. Bartholomäus Wolkenstein, der meistens nur Bartholo der Genueser genannt wird, lebt in einem Mühlhof vor der Toren der Stadt. Caspar zieht auf den heruntergekommenen Hof und lernt die Wirtschafterin Klara kennen, die sich anfangs sehr abweisend verhält. Doch langsam gewinnt er ihr Vertrauen und sie freunden sich an. Er lernt das Drucken, merkt aber bald, dass Bartholo noch etwas anderes betreibt. Er empfängt Post aus fremden Ländern und arbeitet in einem Raum, den niemand betreten darf. Als sich der befreundete Buchhändler Quentel eines Nachts schwer verletzt auf den Mühlhof rettet, beginnt Bartholo sein Geheimnis zu offenbaren. Er ist viele Jahre zur See gefahren, kennt Christoph Kolumbus und sammelt Karten, die ihm den Weg nach Indien verraten. Wegen dieser Karten gibt es auch zwischen ihm und Estevao, einem Agenten des portugiesischen Königs, seit vielen Jahren einen gnadenlosen Kampf. Als der Däne Absalon nach Augsburg kommt, um Bartholo die Vinlandkarte der Wikinger zu verkaufen, werden sie von Estevao und seinen Gefährten überfallen. Da sie aber mit einem Hinterhalt gerechnet haben, können sie sich erfolgreich wehren. Inzwischen ist Bartholo durch einige kritische Äußerungen über die Kirche aufgefallen, und deshalb beginnt sich die Inquisition für ihn zu interessieren, Caspar wird dazu verhört und soll Bartholo ausspionieren. Obwohl er sich dabei aber sehr geschickt verhält, überfällt der Domherr mit Soldaten den Mühlhof. Bartholo wird gefangen genommen und nach Augsburg gebracht, Caspar und Klara können fliehen. Als sie auf den niedergebrannten Mühlhof zurückkehren, entdecken sie, dass Bartholo ein großes Vermögen in Geld und Gewürzen besitzt. Mit Quentels Hilfe befreien sie ihn und fliehen aus Augsburg. Sie beschließen, nach Spanien zu gehen und Kolumbus die geheimnisvolle Vinlandkarte zu geben. Der Epilog beginnt mit der ersten Reise des Kolumbus. Caspar, der Klara inzwischen geheiratet hat, nimmt daran teil.

  • Nachwort und Quellenverzeichnis.
  • Sehr ausführlich, detailfreudig und teilweise spannend erzählt; durch die doppelte Bedrohung Bartholos (portugiesischer Gegner und Inquisition) wirkt das Buch etwas überfrachtet.
  • Augsburg um 1490; Epilog: Palos, August 1492.
  • Städtisches Leben im späten Mittelalter; Strafen (Wasserkerker, Pranger); theologische Fragen und Kirchenkritik; Inquisition; Anfänge der Druckgraphik; Entwicklung der Post: Entdeckungsreisen, Entwicklung der Kartographie; Freundschaft, Liebe.
  • 14 J.; Ausschnitte (Kupferstich: S. 103-107); Schülerbibliothek.
  • Kunsterziehung, Religion, Erdkunde.

19. Jahrhundert/Industrialisierung

Simone van der Vlugt: Emma. Die Zeit des schwarzen Schnees. München: Bertelsmann 2001. 221 S.

Der Bauer Henk Mullender in Süd-Limburg ist von einer Missernte betroffen und kann seine Pacht nicht bezahlen. Deshalb muss er mit seiner Familie den Hof verkaufen. Zusammen mit seiner schwangeren Frau und seinen fünf Kindern geht er nach Kerkrade, um dort in den Kohlegruben zu arbeiten. Um aber leben zu können, müssen auch die 14jährige Emma und die beiden Söhne im Bergwerk arbeiten. Ein Unfall des Vaters zwingt sogar die Mutter und die beiden jüngeren Schwestern zur Arbeit. Emmas Aufgabe besteht darin, die schweren Kohlenkörbe durch den Schacht nach oben zu tragen. Sie erlebt die harte und gefährliche Arbeit und den Konkurrenzkampf zwischen den Arbeitern. Bei einer Inspektion wird Rudolf Brandenburg, der Sohn eines Mitbesitzers am Bergwerk, zusammen mit Emma verschüttet. Nach ihrer Rettung unterstützt er die Familie. Als Emmas jüngerer Bruder bei einem Wassereinbruch ums Leben kommt, vermittelt er ihr eine Stelle als Dienstmädchen bei Verwandten in Maastricht. Hier erzählt sie einem Verleger die Geschichte ihrer Arbeit im Bergwerk, der sie in der Zeitung veröffentlicht. Emma verliert daraufhin ihre Stelle, findet aber Arbeit bei der Zeitung. Rudolf Brandenburg hat inzwischen eine Ausbildung als Fotograf gemacht und in Maastricht ein Studio eingerichtet. Aber er porträtiert nicht nur die reichen Unternehmer, sondern dokumentiert in seinen Bildern auch die Lage der Arbeiter.

  • Kurzes Nachwort und Worterklärungen.
  • Gut recherchierte und anschaulich erzählte Geschichte, die sich aber am Ende auf Emmas Leben beschränkt. Man erfährt nichts über das weitere Schicksal ihrer Familie und ihres Bruders; offenes Ende, vielleicht ist eine Fortsetzung geplant.
  • Limburg 1845/46.
  • Leben der armen Landbevölkerung und der Bergarbeiter; Arbeitsbedingungen im Bergwerk; Entwicklung der Fotografie; soziale Gegensätze, Konkurrenzkampf und Solidarität; Freundschaft.
  • 13 – 14; Ausschnitte.
Rainer M. Schröder: Das unsichtbare Siegel. Würzburg: Arena 2001. 423 S.

Der 17jährige Franz Fehling ist Sohn eines Bergmannes der Zeche Aurora im Ruhrgebiet. Ein Bekannter seines Vaters hat ihm einen Freiplatz auf dem Gymnasium bezahlt. Als aber der Vater krank wird und kurz darauf stirbt, verlässt Franz die Schule und arbeitet in der Grube als Kohlenschlepper. Nach dem Tod seiner Mutter lebt er mit seiner Schwester Erika in äußerst bescheidenen Verhältnissen. Da begegnet er in der Bergarbeitersiedlung Lena von Berg, der Nichte des Zechendirektors Brüggemann. Lena ist ebenfalls Waise und lebt in den Ferien auf dem Gut ihres Onkels, während sie die übrige Zeit in einem Stift für höhere Töchter verbringt. Das Leben der Bergleute und das Gespräch mit Franz ist für Lena eine völlig neue Erfahrung in ihrem bisher behüteten Leben. Im Laufe der nächsten Monate freunden sich Franz und Lena an. Nach den Weihnachtsferien kehrt Lena nicht in das Stift zurück, widersetzt sich den Heiratsplänen ihres Onkels und hilft in einer Armenküche. Diese Arbeit und die Freundschaft mit Franz lassen sie die Gesellschaftsschicht, in der sie lebt, zunehmend kritischer sehen: ihren Reichtum auf Kosten der Arbeiter und ihre Oberflächlichkeit und Selbstgerechtigkeit. Schließlich verlässt sie die Familie ihres Onkels, mietet sich ein Zimmer und beginnt eine Ausbildung als Krankenschwester. Auf Grund der ständig schlechter werdenden Arbeitsbedingungen kommt es zu einem Streik der Bergleute, gegen den die Regierung Militär einsetzt. Der Kaiser empfängt zwar Vertreter der Bergleute, aber an ihrer Arbeit und an ihrem Lohn ändert sich wenig. Bei einem Grubenunglück rettet Franz seinen verletzten Freund Paul. Er nimmt das Angebot an, wieder aufs Gymnasium gehen zu können, muss aber dazu nach Berlin. Obwohl ihm und Lena die Trennung schwer fällt, tragen sie die Entscheidung gemeinsam und wollen zusammen bleiben.

  • Worterklärungen (vor allem zur Bergwerkssprache), Abbildungen von typischen Arbeitswerkzeugen und Ansicht einer Zeche.
  • Trotz gelegentlicher Klischees spannend und einfühlsam erzählter Roman; wechselnde Perspektive von Franz und Lena; offenes Ende (Fortsetzung?).
  • Ruhrgebiet 1888/89.
  • Soziale Gegensätze zwischen Arm und Reich; Haltung der katholischen Kirche; Kohlebergbau, Streik. Freundschaft, Solidarität, Liebe.
  • 15 – 16; als Klassenlektüre trotz der Länge denkbar; Schülerbücherei.

20. Jahrhundert (bis 1945)

Nava Semel: Die Braut meines Bruders. Weinheim, Basel, Berlin: Beltz & Gelberg 2003. 342 S.

Der zwölfjährige aufgeweckte und fantasievolle Usiel ist ein Waisenkind und wächst bei seiner Tante Mirjam auf, die in einer Moschawa als Imkerin arbeitet. Wegen seiner vielen Streiche wird er meist nur „Usik Nichtsnutz“ genannt. Sein älterer Bruder Imri soll mehrmals nach Polen reisen, dort heiraten und sich dann in Israel wieder scheiden lassen. Mit dieser Methode will man die Einwanderungsbeschränkungen der Engländer umgehen. Imris erste Frau ist die stille, selbstbewusste Anna, die sich rasch in der Siedlung einlebt und sich auch mit Usik bald anfreundet. Nach seiner Scheidung heiratet Imri ein zweites Mal in Polen und bringt auch diese Frau nach Israel. Inzwischen liebt er Anna, aber Tonka will sich nicht scheiden lassen. Außerdem interessiert sich ein englischer Luftwaffenoffizier vom benachbarten Militärstützpunkt für Anna. Da wird Imri, der bei seinen Reisen ins Ausland auch Waffen kauft, verhaftet. Aber bei einer Durchsuchung findet man keine Waffen, weil Usik sie versteckt hat. Als Imsi entlassen wird, setzt er die Scheidung durch und heiratet Anna ein zweites Mal. Die Ereignisse haben auch Usik verändert. Er hat inzwischen lesen gelernt und wegen seiner Begeisterung für das Kino will er Filmregisseur werden.

  • Kurze Einleitung; Worterklärungen.
  • Sehr einfühlsamer Roman aus der Sicht Usiks, der die Geschichte, wie man am Ende erfährt, seinem Enkel erzählt. Eingeschoben sind kurze innere Monologe anderer Personen. Ein anschauliches, buntes und sehr humorvolles Bild über das Leben in Israel 1935; sehr liebevoll gezeichnete Nebenfiguren (der Bäcker Aharontschik, die Mitschülerin Zionka und ihre Mutter, der Rabbiner, der Araber Mohammed Daudi und seine Schwester Fatma, der Engländer Charles Timothy Parker) und viele Nebenhandlungen.
  • Eine landwirtschaftliche Siedlung in Israel 1935; Tel Aviv; ein arabisches Dorf, in dem ein arabischer Arbeiter der Moschawa wohnt.
  • Dörfliches Leben in Israel 1935; englische Besetzung und Einschränkung der jüdischen Einwanderung durch „Zertifikate“; nationale Vorurteile; wachsende Feindschaft zwischen Juden und Arabern; Furcht polnischer Juden vor der NS-Bedrohung. Imkerei; Freundschaft, Beobachtung und Beurteilung der Erwachsenen aus der Perspektive eines Kindes.
  • 14 – 15; Klassenlektüre; Auszüge, Schülerbücherei. Ein ebenso unterhaltsames wie nachdenkenswertes Buch!
  • Erdkunde.
Miriam Pressler: Malka Mai. Weinheim und Basel: Beltz 2001. 324 S.

Das Buch erzählt die authentische, aber fiktional ausgestaltete Geschichte, die sich in Polen und Ungarn zwischen September 1943 und März 1944 ereignet hat. Hanna Mai arbeitet als Ärztin in der südpolnischen Stadt Lawoczne. Als die Juden von dort deportiert werden sollen, flieht sie mit ihren beiden Töchtern Minna und Malka durch die Karpaten nach Ungarn, muss aber die 7jährige Malka zurücklassen, weil sie krank wird, Malka wohnt anfangs bei verschiedenen Familien und schlägt sich schließlich alleine durch, überlebt Hunger und Typhus und entgeht den Deportationen, bis ihre Mutter sie wieder findet.

  • Worterklärungen.
  • Das Buch wird von der Trennung an abwechselnd aus der Sicht der Mutter und der Tochter erzählt. Das außergewöhnliche Schicksal des Mädchens ist spannend und mit sehr viel Einfühlungsvermögen erzählt; differenzierte Charaktere bei Juden und Christen.
  • Polen und Ungarn von September 1943 bis Mai 1944.
  • NS-Zeit, Deportationen, jüdisches Schicksal. Solidarität – Überlebenswille.
  • 13 – 14, Klassenlektüre.
  • Erdkunde, Religion/Ethik.

Zeitgeschichte nach 1945

Kirsten Boie: Monis Jahr. 256 S., Hamburg: Oetinger 2003.

Die zehnjährige Monika Schleier lebt mit ihrer Mutter und Großmutter in einer kleinen Wohnung in Hamburg. Ihr Vater ist seit dem Krieg vermisst. Das Jahr 1955 wird ein wichtiges Jahr in ihrem Leben. Sie besteht die Aufnahmeprüfung für die Oberschule und lernt dort neue Freundinnen kennen. Gleichzeitig verliert sie ihren besten Freund aus der Nachbarschaft, weil er mit seinen Eltern nach Australien auswandert. Monis Mutter lernt den Ingenieur Helmut kennen und will ihn heiraten. Sie lässt ihren Mann für tot erklären, was zum Konflikt mit ihrer Schwiegermutter führt. Denn diese wartet immer noch auf die Rückkehr ihres Sohnes. Voller Hoffnung fährt sie nach Friedland, als Kriegsgefangene aus Russland heimkehren. Aber als sie nichts über ihren Sohn erfährt, gewöhnt sie sich langsam an den Gedanken, dass ihre Schwiegertochter wieder heiratet und zusammen mit ihrer Enkelin eine eigene Wohnung zieht.

  • Worterklärungen im Anhang.
  • Das Buch lebt nicht von großen Ereignissen, sondern von der dichten Erzählung des Alltags, die aus der Sicht Monikas dargestellt sind; typische Schicksale und authentische Figuren, nicht zuletzt durch die Sprache (Plattdeutsch der Großmutter).
  • Neujahr bis Silvester 1955.
  • Verbindung von Politik (Deutschlands Beitritt in die NATO, Adenauers Moskaureise und die Rückkehr der Kriegsgefangenen) und Alltag; Nachwirkungen des Krieges (beengte Wohnverhältnisse, „Nissenhütten“ für Flüchtlinge, Vermisste) und beginnendes Wirtschaftswunder (Bohnenkaffee, Wiederaufbau, erste Auslandsreisen, Goggomobil, Fernsehen), Alltagsleben der 50er Jahre (Filme, Schlager, Zeitschriften); Freundschaften, Familienkonflikte, bescheidenes Leben und beginnender Wohlstand.
  • 12 – 14; Klassenlektüre; Ausschnitte, Schülerbücherei.
  • Ethik
Thomas Jeier: Sie hatten einen Traum. Wien: Ueberreuter 2003. 299 S.

Die 19jährige schwarze Audrey Jackson ist Schulsekretärin in Birmingham, Alabama. Als sie eines Abends von ihrer Freundin nach Hause fährt, wird sie von zwei rassistischen Weißen gestoppt, misshandelt und bedroht. Edward Hill, ein junger Theologe aus Chicago, kommt zufällig vorbei, hilft ihr und begleitet sie nach Hause. Audrey und Edward treffen sich öfter und werden Freunde. Edward ist Mitarbeiter von Martin Luther King, der mit den Mitteln des gewaltlosen Widerstandes gegen die Rassendiskriminierung kämpft. Im Unterschied zu ihrer Freundin Betty Ann, die von Martin Luther King begeistert ist, zögert Audrey noch, ihn zu unterstützen. Ihr Vater Emory hat es als Ladenbesitze zu bescheidenem Wohlstand gebracht und will ihn nicht riskieren. Außerdem versucht der Ku-Klux-Klan durch Terror und Gewalt die schwarze Bevölkerung einzuschüchtern. Politiker und Polizisten greifen nicht ein und ermutigen damit die Rassisten. Aber als Martin Luther King nach Birmingham kommt und durch Sit-ins und Protestmärsche gegen die Rassentrennung kämpft, wehrt sich Audrey gegen die Bevormundung durch ihren Vater und ist schließlich überzeugt, dass der Weg des gewaltlosen Widerstandes richtig ist. Er führt schließlich zur Aufhebung der Rassentrennung. Das Buch endet mit der berühmten Rede Martin Luther Kings am 28. August 1963 in Washington („I have a dream“) und dem Bombenanschlag des Ku-Klux-Klan auf die Sixteenth Street Baptist Church, bei dem vier Mädchen ums Leben kommen. Zwei abschließende Kapitel („Was danach geschah“ und „Die Fakten“) schildern das juristische Vorgehen gegen die Klan-Mitglieder und das weitere Schicksal der Bürgerrechtsbewegung.

  • Nachwort.
  • Die Ereignisse werden aus der Sicht Audreys erzählt; geschickte Verbindung zwischen persönlichem Schicksal, Liebesgeschichte und Politik; eindringliche Darstellung der Lage der schwarzen Bevölkerung in den Südstaaten der USA.
  • Birmingham, Alabama, Frühjahr und Sommer 1963.
  • Rassendiskriminierung, Unterdrückung und Ku-Klux-Klan, gewaltloser Widerstand, Zivilcourage, politisches Engagement; Bürgerrechtsbewegung in den USA, Kings berühmte Rede; Freundschaft, Liebe, Angst und ihre Überwindung, Familienbindung und Emanzipation.
  • 14 – 15; Klassenlektüre.
  • Englisch, Religion/Ethik.
Maria Regina Kaiser: Wohin ich gehöre. München: Bertelsmann 1999. 223 S.

Gülten lebt in Frankfurt als Tochter eines deutschen Vaters und einer türkischen Mutter. Während ihr Bruder Eser die türkische Tradition, die vor allem der Großvater vertritt, ablehnt, fühlt sich Gülten zur Türkei und zum Islam hingezogen. Dabei spielt auch die Liebe zu ihrem Cousin Mesut eine wichtige Rolle. Gülten ist aber auch mit ihrem Klassenkameraden Eriuk befreundet, mit dem sie sich gut unterhalten kann. Auch er interessiert sich für die Türkei und den Islam. Durch eine Krankheit ihres Bruders wird Gültens islamischer Glaube noch verstärkt. Da Eser glaubt, dass er sterben muss, will er noch einmal in die Türkei fahren. Auf dieser Reise lernt Gülten ihren Cousin sehr viel kritischer sehen. Das Ende ist offen: Gülten steht zwischen zwei Menschen und zwei Kulturen, die ihr beide wichtig sind.

  • Worterklärungen und kurze Bibliografie.
  • Genaue und detaillierte Darstellung des Islam, vor allem der islamischen Mystik und der Derwische. Die Bedeutung des Buches liegt nicht so sehr in der Spannung der Handlung, sondern in der realistischen und einfühlsamen Darstellung eines aktuellen Problems.
  • Deutschland und Türkei, Gegenwart.
  • Islamische Religion und Kultur; deutsche und türkische Sitten (Kopftuch, erzwungene Heirat).
    Konflikte von Kulturen und Identifikation als Folge der Migration; Tradition und der Bruch mit ihnen.
  • 14 – 16; Ausschnitte.
  • Erdkunde, Religion/Ethik.
Klaus Kordon: Krokodil im Nacken. Weinheim, Basel, Berlin: Beltz 2002. 796 S.

Der Ostberliner Manfred Lenz will im Sommer 1972 mit seiner Familie illegal von Bulgarien über die Türkei in die Bundesrepublik ausreisen. Doch die Familie wird bereits in Bulgarien festgenommen und wieder in die DDR gebracht. Manfred und Hannah kommen in Untersuchungsgefängnisse des Museums für Staatssicherheit, ihre Kinder in ein Heim. Während der Untersuchungshaft wird Manfred immer wieder verhört und lernt unterschiedliche Zellengenossen kennen. In diese Erzählung ist die Erinnerung an sein bisherigen Leben eingeflochten: seine Kindheit als Sohn der Kneipenwirtin „Zum Ersten Ehestandsschoppen“ in der Prenzlauer Straße, seine Unternehmungen in der zweigeteilten Stadt, der Aufstand des 17. Juni 1953, der Tod der Mutter, das Aufwachsen in Kinder- und Lehrlingsheimen, die verschiedenen Versuche, den richtigen Beruf zu finden, seine Heirat mit Hannah, die mit ihren Eltern aus Frankfurt am Main nach Ostberlin kam, die Zeit bei der Volksarmee, sein Fernstudium und schließlich sein Beruf als Außenhandelskaufmann bei der Firma „intermed“ mit der Möglichkeit, ins kapitalistische Ausland zu reisen. Trotz seiner Karriere wächst seine Unzufriedenheit mit dem politischen System, nicht zuletzt wegen des Drucks, in die SED einzutreten, und wegen der sozialistischen Indoktrination seiner Kinder in Kindergarten und Schule. Zu einschneidenden Erlebnissen werden schließlich der „Prager Frühling“ und der Einmarsch der Warschauer-Pakt-Staaten in die Tschechoslowakei. Als seine in Westdeutschland lebende Schwägerin der Familie die Möglichkeit einer illegalen Ausreise vorschlägt, gehen Manfred und Hannah nach langem Zögern darauf ein. Die Untersuchungshaft endet mit einem Prozess, in dem ein Vertreter des Rechtsanwaltes Dr. Vogel Manfred und Hannah verteidigt. Sie werden zu zwei Jahren und zehn Monaten Gefängnis verurteilt, haben aber die Hoffnung, von der Bundesrepublik „freigekauft“ zu werden und dann ausreisen zu können. Nach weiteren Monaten Gefängnis in Rummelsburg, Cottbus und Hohenschönhausen können sie im August 1973 die DDR verlassen, ihre Kinder folgen ihnen erst ein Jahr später.

  • Das Buch endet mit dem Überschreiten der Grenze zwischen DDR und Bundesrepublik; eine „notwendige Nachbemerkung“ erzählt das weitere Schicksal der Familie.
  • Die Erlebnisse von Manfred Lenz entsprechen zu einem großen Teil der Biografie des Autors, der sie schon in der Trilogie „Frank oder wie man Freunde findet“ („Brüder wie Freunde“ – „Tage wie Jahre“ – „Einer wie Frank“) literarisch gestaltet hat. Die Darstellung der DDR-Wirklichkeit ist sehr differenziert. „Manne“ Lenz lernt in seinem Leben und während seiner Haft viele Menschen kennen, die sensibel charakterisiert werden. Das eindrucksvolle, spannend geschriebene Buch ist in allen Details sehr genau, auch in der jeweils wiedergegebenen Sprache der Personen.
  • Ost- und Westberlin vom Ende des 2. Weltkriegs bis 1961; DDR von 1961 bis 1973.
  • Leben in der DDR; Familie, Freundschaft, menschliche Extremsituation im Gefängnis.
  • 15 – 17; Ein herausragendes Buch zum Thema „DDR“, auch für Erwachsene sehr lesenswert; als Klassenlektüre sehr umfangreich, aber lohnend; Auszüge, Schülerbibliothek.
  • Sozialkunde.
Beverley Naidoo: Die andere Wahrheit. Hamburg: Erika Klopp: Carlsen 2002. 334 S.

Folarin Solaja ist Journalist bei der nigerianischen Zeitung „Speak“, die mutig das Militärregime ihres Landes kritisiert. Deshalb wird er immer wieder eingeschüchtert und bedroht. Als seine Frau eines Morgens von Unbekannten vor ihrem Haus erschossen wird, beschließt er, seine beiden Kinder, die zwölfjährige Sade und den zehnjährigen Femi, zu seinem Bruder nach England zu schicken. Eine Frau, die vom Schmuggel lebt, bringt die Kinder mit falschen Pässen nach London, verschwindet aber, ohne sich weiter um sie zu kümmern. Auch ihr Onkel, der am College of Art unterrichtet, ist verschwunden. Die Polizei greift die beiden auf und übergibt sie dem sozialen Notdienst, der schließlich eine Pflegefamilie für sie findet. Sie erhalten eine befristete Aufenthaltsberechtigung und können eine Schule besuchen. Sade findet dort bald eine Freundin, deren Familie aus Somalia fliehen musste, wird aber von einigen Mitschülerinnen verspottet und gequält. Eines Tages erfahren sie, dass ihr Vater mit einem falschen Pass nach London gekommen ist und deshalb inhaftiert wurde. Die nigerianische Regierung beschuldigt ihn, seine Frau ermordet zu haben, und verlangt seine Auslieferung. Da beschließt Sade, zum Fernsehen zu gehen und einem der Nachrichtensprecher ihre Geschichte zu erzählen. Einige Tage später bringt das Fernsehen und kurze Sendung über Folarin Solaja. Die beiden Kinder dürfen ihren Vater im Gefängnis besuchen, und eine Gruppe von Nigerianern demonstriert für seine Freilassung. Als er in Hungerstreik tritt, wird er schließlich entlassen und erhält ebenfalls eine befristete Aufenthaltserlaubnis. Auch der Onkel taucht wieder auf, er war wegen seines politischen Engagements bedroht worden und hatte sich versteckt. Am Weihnachtsabend ist die Familie wieder vereint.

  • Anmerkung der Autorin. Worterklärungen.
  • Ein sehr einfühlsam geschriebener Roman, der die Geschichte aus der Sicht Sades erzählt; die aktuellen Ereignisse werden durch zahlreiche Rückblenden unterbrochen; viele afrikanische Fabeln und Sprichwörter; Sade nennt die Personen, denen sie begegnet, nach einem vorherrschenden Merkmal (Miss Seidenhaar, Miss Notizblock, Mr. Siebenuhr). Der Roman der südafrikanischen Autorin, die 1965 aus dem Land gewiesen wurde, erhielt im englischen Sprachraum mehrere Preise.
  • Ein Dorf in Nigeria (Rückblicke), Lagos, London 1995/96.
  • Leben in Afrika auf dem Land und in der Stadt; Leben in London; Militärdiktatur, politisches Engagement, Zivilcourage, Familie, Freundschaft, Migration, Probleme von Asylsuchenden, afrikanische Sitten, Umgang mit Fremden.
  • 14 – 16; Klassenlektüre; Auszüge, Schülerbücherei. Ein hervorragendes Buch zu einer aktuellen Thematik!
Xavier-Laurent Petit: Kriegskind. Frankfurt a. M.: Aarau 2001.

Der 12jährige Jozef Gessiek wächst in einem Gebirgsdorf auf, das in einem nicht näher bezeichneten Land im Balkan liegt. Weil seine Schwester Nahalia mit einem großen Hautmal geboren wird, glauben die Dorfbewohner, dass die Familie Unglück bringt und grenzen sie aus. Auch für die Trockenheit und Wasserknappheit wird sie verantwortlich gemacht. Als der Krieg ausbricht, wird Jozefs Vater einberufen und fällt kurz darauf. Das Dorf zwingt nun die restliche Familie, in einer abgelegenen Berghütte zu leben. Als Partisanen in dieser Gegend einen Hubschrauber abschießen, werden auch Jugendliche zum Militär gezwungen, darunter Jozefs 15jähriger Bruder Tadeus. Durch Entschlossenheit und Skrupellosigkeit wird er schnell zum Leutnant befördert. Bei einem Besuch bringt er auch Jozef dazu, als „junger Kämpfer“ zum Militär zu gehen. Nach einer kurzen Ausbildung werden er und seine Kameraden eingesetzt, in zerstörten Häusern die Toten zu bergen. Als eine Niederlage droht, treibt man sie auf Minenfelder, um anschließend den Gegner angreifen zu können. Jozef überlebt und kommt schwer verwundet in ein Flüchtlingscamp, wo er ärztlich betreut wird. Dort wartet er auf seine Mutter und seine Schwester, die seit der Flucht aus ihrem Heimatdorf verschollen sind.

  • Vorwort zu Entstehung des Buches.
  • Durch eine fiktive Rahmenhandlung (ein Journalist befragt Jozef und macht davon Tonbandaufzeichnungen, die dann chronologisch geordnet werden), kurze Dialoge des Journalisten mit Jozef, erzählende Einschübe und Ergänzungen aus anderen „Quellen“ erreicht der Autor ein hohes Maß an Authentizität; da die Zuordnung zu einem bestimmten Land fehlt, gibt es auch keine nationale Schuldzuweisung; neben dem Krieg auch Berücksichtigung anderer Probleme Sehr eindringliche Anklage gegen Vorurteil, Intoleranz und Krieg!
  • Dorf im Balkan, Militär (1995), Flüchtlingscamp (1995/96).
  • Dörfliches Leben, Trockenheit, Partisanen; Aberglauben, Ausgrenzung, Krieg und Frieden.
  • 13 – 14; Klassenlektüre.
  • Religion/Ethik.

Lektüren in der Unterstufe am CEG

Die Sammlung der seit dem Schuljahr 1994/95 in der Unterstufe gelesenen Lektüren soll einen Überblick über die Vielfalt der ausgewählten Texte geben und als Leseanregung dienen.

Klasse 5  
J. Aiken: Wölfe ums Schloss
K. Boie: Mit Kindern redet ja keiner
U. Fuchs: Wiebke und Paul
F.H. Burnett: Sara, die kleine Prinzessin
J.C. George: Julie von den Wölfen
H. Grill: Da kräht kein Hahn danach
P. Härtling: Das war der Hirbel
Henkes: Und dann kam Joselle
E. Kästner: Emil und die Detektive
D. Lornsen: Rokal, der Steinzeitjäger
C. Nöstlinger: Ein Mann für Mama
C. Nöstlinger: Konrad oder das Kind aus der Konservenbüchse
Pludra: Das Herz des Piraten
O. Preußler: Krabat
Procházkova: Entführung nach Hause
T. Röhrig: Freunde kann man nicht zaubern
Schlüter: Level 4 – Stadt der Kinder
Steinhöfel: Paul Vier und die Schröders
U. Timm: Rennschwein Rudi Rüssel
R. Welsh: Spinat auf Rädern
P. Windsor: Die Sache mit dem Hass und der Liebe
U. Wölfel: Der rote Rächer
Klasse 6  
J. Aiken: Wölfe ums Schloss
Avi: Salz im Meer
G. Bayerlein: Die Sonne bleibt nicht stehen
E. Dillon: Im Schatten des Vesuv
W. Ecke: Club der Detektive
Egli: Das Geheinnis der Krötenechse
Ermatinger: Die 13. Prophezeiung
Fährmann: Damals war es Friedrich
J.C. George: Julie von den Wölfen
M.v.d. Grün: Vorstadtkrokodile
Haentjes: Willkommen im Club
Hauff: Das kalte Herz
Henkes: Und dann kam Joselle
Heyne: Hexenfeuer
E. Kästner: Das fliegende Klassenzimmer
Kahlert: Das verkaufte Kind
Kerr: Als Hitler das rosa Kaninchen stahl
W. Kuhn: Mit Jeans in die Steinzeit
G. Kuijer: Wir alle für immer zusammen
Lechner: Herkules
M. Levoy: Der gelbe Vogel
C. Nöstlinger: Zwei Wochen im Mai
C. Nöstlinger: Maikäfer, flieg
C. Nöstlinger: Der Denker greift ein
C. Nöstlinger: O du Hölle
C. Nöstlinger: Das Austauschkind
O. Preußler: Krabat
Ruttmann: Lavendel in Sussex
M. Selber: Geheimkurier A
P. Shipton: Die Wanze
Steinhöfel: Paul Vier und die Schröders
Tolkien: Der kleine Hobbit
Windsor: Die Sache mit dem Hass und der Liebe
H. Winterfeld: Caius ist ein Dummkopf
Klasse 7  
J. Aiken: Wölfe ums Schloss
Ambjornsen: Wahrheit zu verkaufen
Avi: Salz im Haar
B. Bova: Gefangen in New York
F.d. Cesco: Weißer Kranich über Tibet
I. Engelhardt: Hexen in der Stadt
Fährmann: Das Jahr der Wölfe
J.C. George: Julie von den Wölfen
Gates: Lauries letzte Fahrt
Gustafsson: Blom und die zweite Magenta
Haddix: Schattenkinder
S. Hinton: Die Outsider
Jürgen: Blauvogel
G. Keller: Kleider machen Leute
K. Kordon: Einbahnstraße
S. Levitin: Die Tote im Wald
M. Levoy: Der gelbe Vogel
M. Magarian: Der Junge aus London
Noack: Rolltreppe abwärts
Nöstlinger: Das Austauschkind
I. Ott: Der Stumme Wächter
H. Parriger: Im Schatten des schwarzen Todes
Pausewang: Die letzten Kinder von Schevenborn
O. Preußler: Krabat
B. Rabisch: Duplik Jonas
M. Rhue: Die Welle
H.P. Richter: Damals war es Friedrich
S. Rück: Weglaufen gilt nicht
R.M. Schröder: Abby Lynn – Verbannt ans Ende der Welt
M. Selber: Geheimkurier A
J. Verne: 20.000 Meilen unter dem Meer
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