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Die Theatergruppe der 6. Klassen präsentierte ihre Eigenproduktion in der Aula und zeigte „Sterben mit Spaß“.

Jedes Schuljahr im Theaterkurs der 6. Klassen beginnt mit den klassischen Basisübungen zu Raum, Zusammenspiel und Sprache. Doch was sich daraus entwickelt, ist immer ein echtes Abenteuer. In diesem Jahr zeigte sich wieder einmal, wie stark der Zufall Regie führt, wenn man den Interessen der Kinder freien Lauf lässt. Der entscheidende Funke sprang bei einer einfachen Schauspielübung über: „Fallt auf einen Impuls gemeinsam in Ohnmacht!“ Diese Aufgabe machte den Schülerinnen und Schülern so viel Spaß, dass ein kollektiver Wunsch entstand: Die Kinder wollten auf der Bühne so oft wie möglich „sterben“.

Gleichzeitig passierte schon vor Beginn der offiziellen Probenstunden Magisches: Viele Kinder nutzten die Zeit zum Turnen und zu kleinen akrobatischen Übungen. Aus der Fusion dieser beiden Elemente – dem spielerischen Sterben und den akrobatischen Elementen– war die Idee für das eigene Stück geboren: Der „Zirkus Mortale“. Jede Stunde war ab da gefüllt mit sprudelnder Kreativität. In kleinen Gruppen entstanden u.a. ausgehend von der Arbeit mit Tierfiguren oder Formationen eine Fülle von Szenen, die sich die Kinder gegenseitig präsentierten und deren Wirkung und Verständlichkeit sie reflektierten.

Mehr und mehr gewannen die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler Vertrauen in das ausdrucksstarke Spiel ohne Worte. Im fertigen Stück wurden die Szenen dann durch einen Erzähler und durch Musik verknüpft, auch das Publikum wurde einbezogen und die Technik AG sorgte für unterstützende Beleuchtung.

In der gut gefüllten Aula sahen die Zuschauer zu Beginn sofort, wie gefährlich die Zirkus-Show werden sollte: Bereits beim chaotischen Aufbau des imaginären Zirkuszeltes jagte ein Unfall den nächsten: Arbeiter wurden von Stangen und Planen begraben, stürzten von Leitern oder fuhren sich gegenseitig mit dem Gabelstapler um. In einem Videoeinspieler, der während einer Theaterstunde auf Zoom entstanden war, erklärten die „Artisten“ scharfsinnig, warum ihr Job so riskant ist. Und auch im Publikum war die Show nichts für schwache Nerven – das Ensemble demonstrierte eindrucksvoll, dass Zuschauer vor lauter Aufregung jederzeit in Ohnmacht fallen könnten. Die eigentlichen Zirkusnummern brachten schließlich alle Beteiligten in akute Lebensgefahr: Fische mussten vor hungrigen Pinguinen fliehen, Pferde griffen ihren Dompteur an, der Messerwerfer ließ seine Assistentinnen abstürzen und auf dem Hochseil gerieten schließlich alle in heftige Schwierigkeiten. Zudem drückten Gehilfen falsche Schalter, während Rivalität und Rache unter den Artisten zu Giftanschlägen und bewusst provozierten Abstürzen führten.
Am Ende waren die munteren Todesfälle auf der Bühne kaum noch zu zählen, was schließlich den zweiten Teil der Geschichte einleitete. Weitere Inspirationsquelle war nämlich das Kinderbuch Und danach – Gedanken über das große Jenseits von S. und D. Fernàndez. Dort fragen sich Zirkustiere, wie wohl das Leben nach dem Tod aussieht.

Für die Sechstklässler stand auch da fest: Nachspielen kommt nicht infrage, jede Szene musste auf sehr speziellen eigenen Ideen beruhen. Mit unermüdlicher Spielfreude bei den Proben und schließlich auf der Bühne setzten die Kinder ihre eigenen Visionen vom Leben nach dem Tod auf der Bühne um: In fantasievollen Szenen sah man, wie die Verstorbenen im Jenseits ihre Liebsten wieder trafen, im Schlaraffenland landeten oder in einer unendlichen, turbulenten Schleife immer wieder neu geboren wurden. Von den Texten über die Choreografien bis hin zur Szenengestaltung: Die Produktion war am Ende rundum das eigene Ding der Gruppe, eine so freudige Annäherung an dieses existentielle Thema, wie sie wohl nur Kinder schaffen, ein originelles und mutiges Kunstwerk, das mindestens so viel Spaß machte wie ein Zirkusbesuch.

Ursula Ittner

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