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Freitag, 22. 1. 2016, 19 Uhr in der Neustädter Kirche

_DSC0369Annähernd 300 Schülerinnen und Schüler des Christian-Ernst-Gymnasiums musizierten in beeindruckender Vielfalt und Qualität Werke aus dem Barock und damit korrespondierenden Werken der Moderne. Als Auftaktkonzert zum Jubiläumsjahr der 50jährigen Namensgebung unserer Schule nach dem barocken Markgrafen Christian Ernst fand das Konzert in der barocken Neustädter Kirche statt. Diese bildete nicht nur den optisch passenden barocken Rahmen, auch die Temperaturen in der Kirche ließen erahnen, wie sich Konzertbesucher im Barock gefühlt haben werden. Aber das begeisterte und begeisternde Musizieren unserer Schüler wärmte zumindest die Ohren und das Herz.

Das Konzert wurde eröffnet mit einer festlich-barocken „Intrada“ des Posaunen-Ensembles, die Prof. Jürgen Neudert einstudiert hatte. Gleich das zweite Werk des Abends war ein spannendes Experiment: Andreas Englhardt hatte Teile von Georg Friedrich Händels Suiten „Feuerwerksmusik“ und der „Wassermusik“ mit Igor Strawinskys „Pulcinella-Suite“ kombiniert. Dabei wurden die drei Werke so geschickt zu einer „neuen“ Suite gemischt, dass man immer wieder überraschende neue Hörerlebnisse erfahren durfte. Alle Stimmgruppen waren gefordert, die Einstudierung der Bläser hatte dabei in bewährter Weise Werner Schmidbauer übernommen. Das Große Orchester des CEG hatte mit diesen Suitensätzen – die nicht zuletzt durch geschickte Überleitungstakte 200 Jahre klingend miteinander verbanden – eine besondere Herausforderung angenommen und diese bravourös gemeistert.

Es folgte der Mädchenchor der Oberstufe, der unter der Leitung von Joachim Adamczewski drei Chorsätze aus größeren Werken von Georg Friedrich Händel und Johann Sebastian Bach mit Begleitung eines solistisch besetzten Kammerorchesters sang. Die klaren, intonationssicheren Mädchenstimmen erfreuten – auf schon fast gewohnte Weise – durch ihr stets barock-musikalisches Konzertieren.

Das Kammerorchester unter Gabriele Bergmann hatte sich den ersten Satz von J. S. Bachs berühmtem „Doppelkonzert für zwei Violinen d-moll“ vorgenommen. Dabei überzeugten besonders die beiden Solistinnen Shania Lange und Leonie Baldauf mit ihrem musikalisch inspirierten und blitzsauberen Spiel.

Das Herrenensemble unter der Leitung von Julian Bobe wagte sich an Heinrich Schütz „Jubilate Deo“ aus den „Symphoniae sacrae I“. Der homogene Klang und die aufmerksame Ausstrahlung gaben Zeugnis von der beeindruckenden Arbeit mit den jungen Männerstimmen des CEGs.
Höhepunkt des Abends war sicher die Uraufführung des „Psalm 100“, der vom Dirigenten Julian Bobe extra für dieses Konzert komponiert worden war. Der Große Chor, das Große Orchester (Einstudierung: A. Englhardt) und der Mädchenchor der Unterstufe harmonierten hervorragend und meisterten die teilweise barocke Satztechnik, die mit anspruchsvoller moderner Tonsprache kombiniert war, auf imponierende Weise.

Eine direkte Verbindung zu Christian Ernst schuf das von Philipp Barth für den Großen Chor ausgewählte „Magnificat“ von Johann Philipp Krieger: der in Nürnberg geborene Komponist war zeitweise auch am Hofe Christian Ernsts in Bayreuth angestellt. In diesem abwechslungsreichen Werk konnten der Große Chor und das Kammerorchester mit der lebendigen Klangsprache barocker Musik überzeugen: kunstvolle sowie anspruchsvolle polyphone Abschnitte wechselten mit prachtvollen homophonen Lobpreisungen Marias, die beide Ensembles in beachtlicher Weise zum Klingen brachten.

Den Abschluss bildete das berühmte „Halleluja“ aus dem „Messias“ von Georg Friedrich Händel, in dem der Große Chor mit dem Großen Orchester unter der Leitung von Andreas Englhardt noch einmal die ganze barocke Herrlichkeit zum Klingen brachte.

Ein gelungenes, kurzweiliges und rundum beachtliches Konzert. Der langanhaltende Applaus der überaus zahlreichen Zuhörer unterstrich wieder einmal eindrücklich, welche hervorragenden Früchte die musikalische Arbeit mit den Schülern des Christian-Ernst-Gymnasiums trägt.

C. und P. Barth