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Terminlich fast exakt auf den Frühling abgestimmt brachten die CEG-Ensembles der höheren Jahrgangsstufen am Mittwoch, den 22.3.2023, das traditionelle Frühjahrskonzert zur Aufführung. Anders als sonst war das Christian-Ernst-Gymnasium diesmal eingeladen, den hellen und freundlichen Kirchenraum der Altstädter Kirche zu bespielen.

Mit zwei Stücken aus Belá Bartóks Album „Für Kinder“ eröffnete das Cello-Ensemble (Ltg.: C. Steiner-Heinlein) den Reigen und führte den Zuhörern unter anderem eine unbeschwerte Wanderung („Bolyongás“) vor das innere Auge, während die düsteren Klänge aus „Harry Potter and the Deathly Hallows“ ganz andere Fantasiewelten zeigten.

Jahreszeitlich schon ein Stück voraus präsentierte der Mädchenchor (Ltg. Philipp Barth) Ausschnitte aus seinem klangschön und ausdrucksstark beherrschten Wettbewerbsprogramm für den Deutschen Chorwettbewerb: Zum frühbarocken Chorsatz „Now is the summer springing“ von John Hilton gesellten sich „Ave Maria del Fiore“ von Jaakko Mäntyjärvi sowie das innig vorgetragene Volkslied „Ade zur guten Nacht“.

Britische Musik stand im Fokus des Kammerorchesters (Ltg.: C. Steiner-Heinlein): in einem im Jahr 1944 erschienenen Film „Henry V“ zeichnet der Komponist William Walton mit einer barock angehauchten Passacaglia ein düsteres Bild von Falstaff. Während dieses in der durch die Form vorgegebenen Strenge ernsthaft musiziert wurde, konnten die Musikerinnen und Musiker in der Jig aus Gustav Holsts „St. Pauls’s Suite“ virtuos und ausgelassen brillieren.

In der Tradition des Frühjahrskonzertes steht auch die Idee, versierten Schülerinnen und Schülern des Additums die Möglichkeit zu bieten, Teile ihres Abiturprogramms mit Begleitung des Großen Orchesters (Ltg.: A. Englhardt) zu Gehör zu bringen. In H. Wieniawskis „Légende“, op. 17 für Violine und Orchester trug Melina Agrelli, Violinschülerin von Beate Keilhack, ihren Solopart intensiv und ausdrucksstark vor. Valentina Thieme, auf dem Cello von Sibylle Geisler und Johannes Hahn unterrichtet, interpretierte ihre von Synkopen geprägte Solostimme aus C. Saint-Saëns „Allegro appassionato“, op. 43 für Violoncello und Orchester schmissig und mit musikantischer Spielfreude.

Mit zwei sinfonischen Leckerbissen endete das Konzert: neben Schostakowitschs doppelbödig festlicher Ouvertüre aus dem Jahr 1954, bei der der Orchesterapparat seine ganze Fülle zum Ausdruck brachte, hatte Andreas Englhardt ein Werk seines Studienkollegens und Freundes, des Komponisten Lutz Landwehr von Pragenau, auf das Programm gesetzt. In „Times Square“ tritt die Klarinette in einen heftigen Widerstreit mit dem Orchestertutti, der sich letztlich jedoch in Wohlgefallen auflöst.

Christoph Steiner-Heinlein
Foto: Andreas Englhardt

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