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Hiermit möchten wir Sie noch einmal zu unserem ersten Pädagogischen Abend am 9. Dezember 2014 um 19.30 Uhr in die Aula des CEG einladen. Wie Sie unserem Flyer bereits entnehmen konnten, haben wir uns dieses Jahr für das Leitthema „Übergänge“ entschieden.

Als Auftakt wird Herr Holger Heiten vom Eschwege-Institut zum Thema „Moderne Rituale des Übergangs – entwicklungspsychologische Begleitung beim Erwachsenwerden“ referieren. Den Kontakt hat dankenswerterweise Frau Fischlein, Mitglied unseres Elternbeirates, vermittelt. In seinem Vortrag nimmt Herr Heiten speziell die Situation und die Bedürfnisse junger Menschen zwischen 12 und 15 Jahren sowie deren Eltern und Lehrer/innen in den Blick. Entlang folgender Leitfragen soll zunächst ein gemeinsamer Überblick über die gegebene Situation erarbeitet werden: Was geht hormonell und hirnorganisch in jungen Menschen dieses Alters eigentlich vor? Wie wirken sich diese faszinierenden und gleichzeitig dramatischen Umbrüche psychisch bzw. psychosozial aus, und wie unbeholfen, ja oft unangemessen geht die soziale und pädagogische Umwelt der Erwachsenen damit um? Anhand eines entwicklungspsychologischen Modells wird Herr Heiten auf die Notwendigkeit einer sozio­kulturellen Antwort unserer Gesellschaft auf diese Herausforderung hinweisen. Forschungsergebnisse (van Gennep/Eliade/Meade), wie wohlüberlegt und behutsam andere Kulturen (auch einst unsere eigene) diese Antwort gegeben haben, zeigen, dass solche Bemühungen wesentlich zum nachhaltigen Wohlergehen einer Gemeinschaft beitrugen bzw. wieder beitragen könnten. Andere Forschungsergebnisse verdeutlichen, wie solche Praktiken, die 10.000 Jahre menschlicher Kulturgeschichte begleiteten, kollektiv unbewusst erinnert werden und sich als seelische Bewegung in Menschen vollziehen, die durch Wandlungsprozesse gehen (Campbell/Zoja/Jung). Sie erklären jedoch auch eine Art namenloser bzw. unbewusster Sehnsucht nach Initiation, die sich nicht selten in selbst- und fremdgefährdenden Selbstinitiationsversuchen Bahn bricht. Schließlich wird Herr Heiten beleuchten, wie die so beschriebene seelische Bewegung in einer für heutige Menschen nachvollziehbaren, angemessenen und nachhaltigen Weise in modernen Konzepten der Prozessbegleitung praktisch nachgezeichnet werden kann und wie dies, übersetzt auf die Situation an Schulen, aussehen könnte.

Nach einigen Beispielen aus der Praxis wird es in der zweiten Hälfte der Veranstaltung wie immer Raum für Fragen und Ergänzungen geben. Wir freuen uns auf Ihr zahlreiches Erscheinen.