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Sicher muss man in Latein genau hinschauen und Einiges lernen, wie bei jeder anderen Fremdsprache auch. Andererseits ist der Wortschatz begrenzt, eben weil sich die Sprache nicht mehr entwickelt, und die Aussprache ist kein Problem, weil man genauso spricht wie man schreibt. Die Fähigkeiten, die man für’s Lateinlernen braucht, werden beim Lernen auch eingeübt: aufmerksames, langsames Lesen, Tüfteln, zielgerichtetes Denken beim Suchen geeigneter Lösungsansätze, Genauigkeit, Ausdauer – Qualitäten, die man auch anderweitig gut brauchen kann und die später im Berufsleben gefragt sind. Latein ist übrigens die ideale Ergänzung zu Englisch. Denn im Englischunterricht lernt man beispielhaft, wie man sich eine moderne Fremdsprache mit aktiver Sprachbeherrschung eher vom Hörverstehen her aneignet, während man im Lateinunterricht lernt, wie man sich eine Sprache systematisch, mehr von der Grammatik her erarbeiten kann. Beide Sprachen zusammen sind nützliche Grundlagen, um später weitere Sprachen, nicht nur die schon erwähnten romanischen, schneller erlernen zu können.

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Und ob! Denn die Fähigkeiten, bei einer Sprache auch die Grammatik zu durchschauen, Texte sehr genau zu lesen und sie sprachlich und inhaltlich zu interpretieren, kann man gut auf das Deutsche und auf jede andere Sprache übertragen. Du wirst sicher überrascht sein, wie sich dein Gefühl für Sprache und dabei natürlich besonders das Deutsche entwickelt. Du wirst es beim Aufsatzschreiben merken!
Und auch für die anderen Fächern bringt mir Latein etwas. Latein ist so eine Art „Trimmpfad des Geistes“, der mich über den eigenen Wert der Sprache hinaus fit macht für andere Aufgaben. Latein ist, um es „neu-deutsch“ (= lateinisch) auszudrücken, „multi-funktional“.

In seiner Vielseitigkeit ist Latein durch kein anderes Fach so leicht ersetzbar!

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warumlatein06Es ist natürlich richtig, dass Latein nirgends mehr als Muttersprache gebraucht wird, doch sie nur deshalb als „tote Sprache“ zu bezeichnen, ist sehr oberflächlich. Zum einen lebt sie ja in den romanischen Sprachen – Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Französisch und Rumänisch – heute noch weiter, zum anderen ist Sprache schließlich mehr als nur ein Mittel, um sich zu unterhalten. Sie ist die Grundlage für das Denken und die Kultur aller, die sie sprechen bzw. gesprochen haben. Sie in ihrer Vielfalt kennen zu lernen, darauf wird im Lateinunterricht der Schwerpunkt gelegt, weil man nicht so viel Zeit zum Üben der aktiven Sprechfertigkeit braucht wie bei modernen Fremdsprachen.
Die Inhalte der Texte, mit denen wir uns beschäftigen, handeln vom Alltagsleben, von den Mythen, der Geschichte, dem politischen und religiösen Leben der Römer – unserer Zeit scheinbar fremd und – du wirst staunen! – doch auch so vertraut, weil unsere heutige europäische Kultur ja zu einem beträchtlichen Teil aus der griechisch-römischen hervorgegangen ist.

Latein hilft also, die eigenen Wurzeln kennen zu lernen.

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Du kannst Latein von der 6. bis zur 10. Klasse lernen und hast damit das (Große) Latinum, das man für manche Studienfächer braucht. Aber natürlich kannst du Latein auch in der Qualifikationsphase (11 und 12) belegen und sogar darin dein Abitur machen – schriftlich oder mündlich. Außerdem hast du die Möglichkeit, nach der 9. Klasse entweder Englisch oder Latein zu Gunsten von Italienisch in der 10. bis 12. Klasse abzulegen und dabei unmittelbar erfahren, wie wertvoll Latein als Grundlage für das Italienische ist.

Die Zeiten von nur „Buch auf, wir übersetzen!“ sind heute Gott sei Dank vorbei! Zwar steht natürlich die Beschäftigung mit Texten, die sorgfältig übersetzt werden müssen, im Vordergrund, aber das Übersetzen geschieht in vielerlei Formen von Einzel- bis Gruppenarbeit sowie Freiarbeit und wird begleitet von Spielen, Rätseln, Diskussionen sowie Filmen, Bildern und Erzählungen aus dem Leben in der Antike. Um das näher kennen zu lernen, machen wir uns nach dem Motto „learning by doing“ ab und zu ein römisches Frühstück und unternehmen auch Exkursionen „auf den Spuren der Römer“ in die nähere und weitere Umgebung: Wir fahren z. B. zu den Thermen nach Weißenburg, nach Trier und sogar nach Rom. Du wirst sehen, Latein macht richtig Spaß!