Selbstverständnis einer "Schule ohne Rassismus"
Rückblick: "Was bisher geschah"
Selbstverständnis einer "Schule ohne Rassismus"
Die von der Organisation "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" verlangte Voraussetzung für die Aufnahme in das bundesweite Schulnetzwerk ist die, dass mindestens 70 % der Schulgemeinschaft folgende Grundsätze unterschreiben:
- Ich werde mich dafür einsetzen, dass es zu einer zentralen Aufgabe meiner Schule wird, nachhaltige und langfristige Projekte, Aktivitäten und Initiativen zu entwickeln, um Diskriminierungen, insbesondere Rassismus, zu überwinden.
- Wenn an meiner Schule Gewalt, diskriminierende Äußerungen oder Handlungen ausgeübt werden, wende ich mich dagegen und setze mich dafür ein, dass wir in einer offenen Auseinandersetzung mit diesem Problem gemeinsam Wege finden, zukünftig einander zu achten.
- Ich setze mich dafür ein, dass an meiner Schule einmal pro Jahr ein Projekt zum Thema Diskriminierungen durchgeführt wird, um langfristig gegen jegliche Form von Diskriminierung, insbesondere Rassismus, vorzugehen.
Unser Ansatz
Der Begriff Rassismus bezeichnet die Diskriminierung von Menschen anderer Hautfarbe, Herkunft, Religion, Weltanschauung, Geschlecht etc. Diskriminierung ist aber ein viel weitreichenderer Begriff, er beschreibt die kategorische Benachteiligung bestimmter Menschen aufgrund einer negativen Beurteilung. Wir wollen uns gegen genau diese aussprechen und deswegen ist es uns wichtig, beispielsweise bei unserem Projekttag im Juni, Diskriminierung als gesellschaftliches Problem in den Vordergrund zu stellen.
„Schule ohne Rassismus“ sehen wir als Möglichkeit, unser Schulklima weiter zu verbessern. Im Rahmen der gemeinsamen Aktionen und Projekte soll die Akzeptanz der Schüler untereinander sowie das Verhältnis zwischen Lehrer/-innen und Schüler/-innen gestärkt werden.
Sich nur gegen Diskriminierung und Rassismus auszusprechen ist die eine Sache, etwas zu tun die andere. Einen wichtiger Ansatz ist für uns das generelle „sich-informieren“: Was meinen die Lehrer/-innen, die Erwachsenen, die Nachrichtensprecher wenn sie von Diskriminierung und rassistischer Gewalt sprechen? Immer wieder versuchen wir mit einer Klasse oder einer Gruppe an Schüler/-innen in Kooperation mit mehreren Lehrer/-innen und der SMV, Gedanken aufzugreifen wie: Was ist Rassismus? Wo finden wir ihn heutzutage in den Medien? Was versteht man unter den Weltreligionen?
Durch solche Projekte wollen wir der Schule Informationsmaterial geben; über Hintergründe von Gewalt, Kulturen, Religionen etc. und dabei den Gedanken im Hinterkopf behalten:
Wenn wir verstehen, warum die „Anderen“ „anders“ sind, sind sie dann noch so „anders“?
Rückblick: "Was bisher geschah"
| November 2011 | Thementag „Internationales Fingerfood“: 15 wagemutige Schüler/-innen packen’s an; nach einer Stunde kommt für alle Beteiligten eine leckeres Mittagessen heraus und der „harte Kern“ bereitet dann noch das Internationale Catering für den Elternsprechtag, das von Eltern und Lehrern mit Begeisterung angenommen wird, vor. |
| Oktober 2011 | Auf der zweiten Geburtstagsfeier des „SoR-SmC“-Gedankens am CEG auf der SMV Fahrt wird der Kurs für die nächste Zeit ausgegeben. Das Projekt soll... • ... Anlass für viele einzelne kreative und inhaltliche Akzente sowohl im Unterricht als auch in offenen AK-Angeboten sein. • ... in einem längerfristigen, großen Projekt dauerhaft umgesetzt werden, um „SoR-SmC“ eine exponierte Stellung im Schulleben zu geben. • ... in der Teilnahme an den jährlich stattfindenden Erlanger Wochen gegen Rassismus erfüllt werden. |
| Juli 2011 | Auf dem Sommerfest wird ein Projektraum „SoR-SmC“ eingerichtet. Neben der Beamerpräsentation der Ergebnisse des Aktionstags und der Stellwände zur thematischen Umsetzung am CEG gibt es auch die Möglichkeit zur Kreativität und Interaktion: Kunstwerke, die das Motiv der Ausgrenzung aufgreifen, können fortgesetzt oder „aufgeräumt“ werden. |
| 6. Juni 2011 | Nach intensiver Vorbereitung kann endlich unser Aktionstag stattfinden: Neben zahlreichen Projektangeboten von einigen Lehrer/-innen und sehr vielen außerschulischen Partnern, die inhaltlich in einem breiten Themenspektrum auf verschiedenste Formen von Diskriminierung bzw. Integration eingehen, wartet der Tag mit weiteren Highlights auf: Ein Fußballspiel „Lehrerinnen vs. Schülerinnen“ sowie die Halbzeitgestaltung der Lehrer-Cheerleader wird von den Schüler/-innen auf den vollbesetzten Rängen ebenso begeistert angenommen wie die gelungene Abendveranstaltung: Im Beisein unserer Patin Katrin Müller-Hohenstein wird der Schule feierlich der Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ offiziell verliehen. Hier geht’s zum ausführlichen Bericht... |
| Januar 2011 |
Erstes Planungstreffen für den Projekttag: Schulleitung, Elternbeiratsvorsitzende und Schülersprecher leiten gemeinsam einen großen Projekttag zum Thema „Diskriminierung/Rassismus“ in die Wege. Das Konzept sieht zwei Projekteinheiten (externe Referenten, Projekte, Aktionen etc.) für die Jahrgangsstufenpaarungen 5/6, 7/8, 9/10/11 vor, nach einer gemeinschaftlichen Sportaktion soll der Tag in der offiziellen Verleihungsfeier enden. |
| Dezember 2010 |
Auf der internen Weihnachtsfeier der Schule wird ein „SoR“-Raum eingerichtet: Neben der Möglichkeit, Buttons zu gestalten und am „Quiz der Weltreligionen“ (zu denen eine 7. Klasse eine Plakatserie erstellt hat) teilzunehmen, wurde ein großes Laken mit den Handabdrücken von Schülern und Lehrern gestaltet. |
| November 2010 |
In der sprichwörtlich letzten Sekunde erreicht das CEG eine Mail von Frau Müller-Hohenstein, in der sie generelle Bereitschaft zu einer Patenschaft zusagt. (Inoffiziell: Bei der Begrüßung zur Krisensitzung in der Angelegenheit „Schulpate“ hält Fr. Dr. Kuen Simon das ausgedruckte Mail entgegen. Positive Emotionen dominieren den 1. Stock des West-Trakts.) |
| Oktober 2010 |
Ein Jahr nachdem die Initialzündung auf dem SMV-Seminar erfolgt ist, erarbeiten die Klassensprecher auf der jährlichen Klassensprecherfahrt eine Plakatserie, in der sie sich mit der Frage, wo sich Rassismus in der heutigen Gesellschaft im öffentlichen Bereich finden lässt, beschäftigen. |
| September 2010 |
Mit dem frischen Elan des neuen Schuljahres und banger Vorfreude wird das Schreiben an Frau Katrin Müller-Hohenstein abgeschickt. |
| Juli 2010 |
Schulintern sind alle Voraussetzungen erfüllt; doch ein Pate wird noch gesucht. In gegenseitigem Einvernehmen einigen sich Schulleitung und Schülervertretung, eine überregional bekannte Persönlichkeit anzuschreiben: Die Sportmoderatorin Katrin Müller-Hohenstein, die aus Erlangen stammt und bei den Schüler/-innen aufgrund ihrer Authentizität hohe Sympathie genießt. In der Nacht vor dem Sommerfest wird der spontane Entschluss, dem Anschreiben seitens der Schüler/-innen einen gebastelten Fußball mit Unterschriften beizulegen, getroffen. Nach dem zweiten Anlauf – der Regen durchkreuzte unsere Pläne heftiger als 11 gegnerische Verteidiger – konnte sich das Ergebnis sehen lassen. |
| Juni 2010 |
Erster inhaltlicher Vorstoß: Die Mittelstufentheatergruppe unter der Leitung von Frau Krugmann führt das Stück „Die Welle“ auf. Aus diesem Anlass befasst sich die damalige Klasse 9c, die das Buch dazu gelesen hat, eine Woche intensiv mit den Parallelen dieses Experiments zum Nationalsozialismus und hält die Ergebnisse auf Plakaten fest. |
| Februar 2010 |
Nachdem auch die letzten Listen eingesammelt worden sind, wurde ausgewertet: Trotz „Neuer Grippe“-Welle haben sich mit 90 % der Schulgemeinschaft weitaus mehr als die geforderte Marke (70 %) in die Listen eingetragen. |
| November und Dezember 2009 |
Den Klassen wird das Projekt einzeln vorgestellt und die Unterschriftenlisten werden ausgegeben, auf denen die Schüler die Grundsätze einer „Schule ohne Rassismus“ akzeptieren. Weiterhin erhalten Lehrerkollegium und Elternbeirat Listen. |
| Oktober 2009 |
Die Schüler stellen das Projekt der Schulleitung vor. Der Vorschlag wird angenommen und schon geht es mit dem Elan der Klassensprecherfahrt an die Arbeit. |
| Oktober 2009 | SMV-Seminar: An einem gemütlichen Abend wird der Entschluss gefasst, sich um den Titel „Schule ohne Rassismus“ zu bewerben. Man befasst sich mit den Voraussetzungen und den notwendigen organisatorischen Schritten, ehe es unter der Koordination von Nadine Müller und Simon Steinberger in die weitere Planung geht. |
MUTWERK courage erLANGEN
Die Vereinigung einiger Organisationen und Schulen aus Erlangen hat es sich zum Ziel gesetzt, für gelebte Zivilcourage einzutreten. Mit Veranstaltungen wie der „MUTnacht“ anlässlich der Sternennacht am 3. Juni 2011 wollen wir mit dem Team um Pfarrer Mann Zeichen setzen gegen die Un-Kultur des Wegschauens. Ein jährliches Schwerpunktthema sowie interessante Hinweise auf der Homepage des MUTWERKs sind die Eckpfeiler des Programms.




