Warum Latein ?

Sicher muss man in Latein genau hinschauen und Einiges lernen, wie bei jeder anderen Fremdsprache auch. Andererseits ist der Wortschatz begrenzt, eben weil sich die Sprache nicht mehr entwickelt, und die Aussprache ist kein Problem, weil man genauso spricht wie man schreibt. Die Fähigkeiten, die man für's Lateinlernen braucht, werden beim Lernen auch eingeübt: aufmerksames, langsames Lesen, Tüfteln, zielgerichtetes Denken beim Suchen geeigneter Lösungsansätze, Genauigkeit, Ausdauer - Qualitäten, die man auch anderweitig gut brauchen kann und die später im Berufsleben gefragt sind. Latein ist übrigens die ideale Ergänzung zu Englisch. Denn im Englischunterricht lernt man beispielhaft, wie man sich eine moderne Fremdsprache mit aktiver Sprachbeherrschung eher vom Hörverstehen her aneignet, während man im Lateinunterricht lernt, wie man sich eine Sprache systematisch, mehr von der Grammatik her erarbeiten kann. Beide Sprachen zusammen sind nützliche Grundlagen, um später weitere Sprachen, nicht nur die schon erwähnten romanischen, schneller erlernen zu können.

Und ob! Denn die Fähigkeiten, bei einer Sprache auch die Grammatik zu durchschauen, Texte sehr genau zu lesen und sie sprachlich und inhaltlich zu interpretieren, kann man gut auf das Deutsche und auf jede andere Sprache übertragen. Du wirst sicher überrascht sein, wie sich dein Gefühl für Sprache und dabei natürlich besonders das Deutsche entwickelt. Du wirst es beim Aufsatzschreiben merken!
Und auch für die anderen Fächern bringt mir Latein etwas. Latein ist so eine Art "Trimmpfad des Geistes", der mich über den eigenen Wert der Sprache hinaus fit macht für andere Aufgaben. Latein ist, um es "neu-deutsch" (= lateinisch) auszudrücken, "multi-funktional".
In seiner Vielseitigkeit ist Latein durch kein anderes Fach so leicht ersetzbar!

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Es ist natürlich richtig, dass Latein nirgends mehr als Muttersprache gebraucht wird, doch sie nur deshalb als "tote Sprache" zu bezeichnen, ist sehr oberflächlich. Zum einen lebt sie ja in den romanischen Sprachen - Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Französisch und Rumänisch - heute noch weiter, zum anderen ist Sprache schließlich mehr als nur ein Mittel, um sich zu unterhalten. Sie ist die Grundlage für das Denken und die Kultur aller, die sie sprechen bzw. gesprochen haben. Sie in ihrer Vielfalt kennen zu lernen, darauf wird im Lateinunterricht der Schwerpunkt gelegt, weil man nicht so viel Zeit zum Üben der aktiven Sprechfertigkeit braucht wie bei modernen Fremdsprachen. Latein hilft also, die eigenen Wurzeln kennen zu lernen. |

Du kannst Latein von der 6. bis zur 12. Klasse lernen, vielleicht sogar in der 11. und 12. Klasse einen Leistungskurs belegen. Oder du lernst Latein bis zur 10. Klasse und hast damit das Latinum, das man für manche Studienfächer braucht. Außerdem kannst du nach der 9. Klasse entweder Englisch oder Latein zu Gunsten von Italienisch in der 10. bis 12. Klasse ablegen und dabei unmittelbar erfahren, wie wertvoll Latein als Grundlage für das Italienische ist.

Die Zeiten von nur "Buch auf, wir übersetzen!" sind heute Gott sei Dank vorbei! Zwar steht natürlich die Beschäftigung mit Texten, die sorgfältig übersetzt werden müssen, im Vordergrund, aber das Übersetzen geschieht in vielerlei Formen von Einzel- bis Gruppenarbeit sowie Freiarbeit und wird begleitet von Spielen, Rätseln, Diskussionen sowie Filmen, Bildern und Erzählungen aus dem Leben in der Antike. Um das näher kennen zu lernen, machen wir uns nach dem Motto "learning by doing" ab und zu ein römisches Frühstück und unternehmen auch Exkursionen "auf den Spuren der Römer" in die nähere und weitere Umgebung: Wir fahren z.B. zu den Thermen nach Weißenburg, nach Trier und sogar nach Rom. Du wirst sehen, Latein macht richtig Spaß!
Projekte und Exkursionen
Die Fachschaft Latein entführt die Sechstklässer/-innen jährlich zu den Projekttagen im Februar in die Welt der Römer. In drei Tagen lernen die Kinder dabei das Alltagsleben in einer römischen Provinz kennen:
Alltagsleben in der römischen Provinz - Projekttage der 6. Klassen
Mit welchen Tätigkeiten verging ein Tag im römischen Teil Bayerns? Welche besonderen Errungenschaften konnten das Leben in der Provinz angenehmer als im wilden Germanien machen? Was gab es zu essen? Waren die Schuhe bequem? Welche Spiele, welche Erzählungen, welche Schreibmaterialien kannten die Kinder? Was gehörte zum Badebetrieb? Und was hatte ein Soldat an der Grenze zu tun?
Auf verschiedene Weise wurden diese Fragen beantwortet, und zwar durch eine Exkursion nach Weißenburg, durch klassengebundene Projekte und durch "officinae", also klassenübergreifende Workshops. In diesen erfuhr der Sechstklässler auch einiges zur lateinischen Sprache. Neben den Lehrern der Fachschaft Latein waren auch Frau Kilau, Frau Lidl, Frau Leicht, Frau Klieber, Frau Deinlein, Frau Hartung, Frau Träger, Frau Oehling und Herr Adamczewski daran beteiligt.
Eine kleine Auswahl an Bildern, Erlebnisberichte und noch ein paar weitere Notizen geben im Folgenden Einblick in die zweieinhalb Tage dauernden Projekttage im Februar.
Die Exkursion nach Weißenburg - von Aurelia Bräun
Am Mittwoch, den 14.02.2007 (Valentinstag), trafen sich um 7.45 Uhr ein Teil der Schüler der 6. Klassen am Bahnhofplatz in Erlangen, um an der Fahrt nach Weissenburg teilzunehmen. Ziel dieses Ausflug war es, das Leben der Römer zu erkunden. Auch wenn einige Schüler mit Verspätung eintrafen, ging es noch rechtzeitig los. Mit dem Zug fuhren wir zunächst nach Nürnberg und stiegen dort in einen anderen Zug um, der uns direkt nach Weissenburg brachte.
Schon auf der Fahrt gab es viel Spaß und Gelächter. an unserem Ziel angekommen, besichtigten wir ein Museum, in dem dargestellt war, wie das Leben zur damaligen Zeit aussah. Während der Führung wurde uns vom Obergermanischen Limes (ORL) erzählt. Dieser ist ein 550 km langer Abschnitt der Außengrenze des römischen Reichs in Europa. Er erstreckte sich von Rheinbrohl bis zum Kastell Eining an der Donau. Der ORL ist ein Bodendenkmal und seit 2005 Weltkulturerbe der UNESCO. Zur damaligen Zeit lebten dort in auf dieser Ebene, dem heutigen Weissenburg, ca. 600 römische Soldaten und 800 Pferde. Von dort aus liefen wir zur nicht weit entfernten altrömischen Therme. Diese Therme ist eine Meisterleistung der römischen Ingenieure. Mit ihren wunderbaren Mosaiken und dem ausgeklügelten Heizsystem ist sie die größte Anlage in Süddeutschland.
Als im Frühjahr 1977 unweit des großen Römerkastells Biriciana die Baggerarbeiten für den Bau einer Reihenhäuserzeile einsetzten, stieß man schon bald auf die massiven Grundmauern einer großen Bäderanlage. Dies alles wurde uns in einer Führung gezeigt. Unter anderem gab es in dieser Therme folgende Räumlichkeiten:
- Umkleideraum (Apodyterium)
- Sporthalle (Basilica)
- Schwitzbad (Laconicum)
- Dampfbad (Sudatorium)
- Warmwasserbecken (Caldarium)
- Laubad (Tepidarium)
- Kaltbad (Frigidarium)
Sehr schnell verging die Zeit, und wir mussten uns schließlich sputen, damit wir den Zug zurück nach Erlangen nicht verpassten . Dort am Bahnhof war dann dieser Schultag zu Ende und jeder Schüler machte sich auf den Weg nach Hause.
Workshop "Römisches Quiz"
Zwar nur ein kleines, aber immerhin ein eifriges Häuflein von acht SchülerInnen traf sich mit dem Lateinbuch, Zetteln und zwei Laptops. Was war zu tun? Auf der Grundlage des Spiels "Trivial Persuit" stellte der Workshop-Leiter Herr Schwarzmann ein Spielbrett und Spielkarten vor, die an das Wissen aus dem Lateinunterricht angepasst waren. Folgende vier "Wissensgebiete" mussten im Spiel bearbeitet werden:
- Stammformen der lateinischen Verben
- Rund um den lateinischen Worschatz
- Kurzes zum Übersetzen
- Aus römischer Geschichte und Kultur
Aufgabe des Workshops war es, in Übereinstimmung zum neuen Lehrwerk "Cursus" aktuelle Frage- und Antwortkarten zu den dort genannten Wissensgebieten zu erstellen. In zwei Kleingruppen arbeiteten die SchülerInnen auf Hochtouren, entwickelten mit Hilfe des Buches und ihres eigenen Wissens viele Fragen, die sie sofort mit den dazugehörigen Antworten in die Maske des Laptops eingaben. Allerdings war die Zeit schnell vorbei - und um das Spiel effektiv spielen zu können, fehlen noch einige Fragekärtchen. Das wäre doch noch Arbeit für manche Intensivierungsstunde, kommende Workshops während der nächsten Projekttage oder auch begeisterte Lateinkids, oder?
Projekt "Das Herstellen eines römischen (Leder-)Schuhs" - von Katja Bertholdt
Wir nahmen bei den Projekttagen am Basteln römischer Schuhe teil; dieses Projekt haben Frau Schmitt und Frau Klieber geleitet. Zuerst haben wir eine Schablone bekommen, die wir ausschneiden sollten. Dann bekamen wir ein Stück Leder. Auf dieses mussten wir die Schablone legen und diese abmalen. Der auf das Leder gemalte, aber noch nicht fertige Schuh wurde wieder zugeschnitten. Danach wurden Lochzangen verteilt, mit denen man die Löcher zum späteren Zusammenbinden des Schuhs stanzen konnte. Wenn man alle Löcher gestanzt hatte, kam der nächste Arbeitsschritt, für den man zwei Schnüre benötigte, einen dicken als Schnürsenkel und einen dünnen zum Nähen. Man durfte sich aussuchen, wie man nähen will. Das Projekt hat mir sehr viel Spass gemacht, und ich hoffe, allen anderen Beteiligten auch. (Leider konnte jeder nur einen Schuh basteln.)
Ein Schülerresümee - von Franziska Lohberger
Die Projekttage waren ein schönes Erlebnis, und ich bin sicher, dass sie allen viel Spass bereitet haben. Ich war bei den Projekten "Römische Spiele" und "Römische Schuhe". Mir ist aufgefallen, dass sich jeder Lehrer bzw. jede Lehrerin viel Mühe gemacht hat, so dass fast jedes Kind glücklich nach Hause bzw. in die Ferien gekommen ist; denn es ist auch noch toll an den Projekttagen, dass diese ein schöner Abschluss des ersten Schulhalbjahres und ein schöner Anfang der Ferien sind. Schön war auch, dass jedes Projekt etwas Besonderes war - etwas, was man sicher nicht jeden Tag machen kann.
Nachwort - von Marcus Hofmann
Der Betrachter und Leser hat sich nun bestimmt einen guten Eindruck von diesen erlebnisreichen Tagen machen können, so dass sich ihm vielleicht auch ohne Kenntnisse der lateinischen Sprache die Bedeutung des folgenden Textes erschließt:
"Extra Bavaricam
Non est vita,
Et si vita,
Non est ita."
Grundwissen/Lehrplan
Unser Lehrbuch
Bei Einführung des G8 zum Schuljahr 2004/05 haben wir uns in der Fachschaft Latein nach eingehender Prüfung der zugelassenen Lehrwerke für Latein als zweite Fremdsprache einstimmig für die Reihe CURSUS B entschieden:

Zu dem Lehrwerk sind folgende Hilfsmittel erschienen, die im Einzelfall hilfreich sein können, aber keine Voraussetzungen für eine erfolgreiche Lateinkarriere sind:
Arbeitshefte Cursus B 1,2,3
CD-ROM PC Cursus B 1,2,3
Cursus Vokabelheft
Näheres bei www.oldenbourg.de/osv und www.ccbuchner.de
Schulaufgabenkorrektur und allgemeine Hinweise zu den Schulaufgaben
Im Sinne der Transparenz der Korrekturen von Schulaufgaben haben wir uns in der Fachschaft Latein auf einheitliche Korrekturzeichen geeinigt, damit Schüler/-innen und Eltern nicht nur die Bewertung besser nachvollziehen, sondern auch anhand der Art der Fehler individuelle Verbesserungsmöglichkeiten erkennen können. Die Korrekturzeichen mit entsprechenden Tipps zur Verbesserung können unter Service-Downloads als pdf-Datei heruntergeladen werden.
Weitere Hinweise zur Gestaltung der Schulaufgaben:
1. Alle Schulaufgaben haben einen Aufgabenteil.
2. Die Übersetzung zählt in der Grammatikphase (6., 7., 8. JGS) dreifach, in der Lektürephase (ab der 4. Schulaufgabe der 8. JGS), der Aufgabenteil jeweils einfach. Bei x,5 wird aufgewertet.
3. Der Übersetzungstext orientiert sich in der Grammatikphase eng an Lektions- und Übungstexten, die im Unterricht behandelt wurden.
4. Der Aufgabenteil enthält aus dem Unterricht bekannte Übungsformen und Fragen zur römischen Kultur (s. Lehrbuch).
5. In der 6./7. Klasse geht es vor allem um Genauigkeit (Singular/Plural, Zeiten, Bedeutungen).
Zugelassene Wörterbücher
Ab der 11. Klasse (G9) bzw. ab der 10. Klasse (G8) kann man für schriftliche Prüfungen eines der folgenden zugelassenen Wörterbücher verwenden:
Vom Kultusministerium nicht zugelassen sind das PONS Schülerwörterbuch Latein, Latein-Deutsch / Deutsch-Latein, 1. Auflage 2007, sowie Langenscheidt Großes Schulwörterbuch Lateinisch-Deutsch (Neubearbeitung, Neuauflage 2008).
Die Prüfungsaufgaben werden so erstellt, dass jedes der Wörterbücher gleichermaßen hilfreich ist, d.h. man hat keinen Nach- oder Vorteil durch ein bestimmtes Wörterbuch. Daher ist es grundsätzlich egal, welches Wörterbuch benutzt wird.
In unserer Schule haben wir einige Exemplare des "Stowasser"-Wörterbuches, mit denen wir auch im Unterricht Wörterbuch-Arbeit machen. Wer sich also für zu Hause ein Wörterbuch anschaffen will, könnte sich einen Stowasser kaufen, um sich dann in der Schule nicht umstellen zu müssen. Fragt doch mal bei älteren Mitschülerinnen und Mitschülern, ob jemand sein Wörterbuch verkaufen will!
Latinumsbestimmungen
Neue Bestimmungen zum Latinum im G8 (Februar 2008)
1. Latinum
- Die Bestimmungen für den Erwerb des Latinums richten sich nach den Vorgaben der Kultusministerkonferenz. Bei der Zuerkennung des Latinums, das nur an Schulen erworben werden kann, geht es nicht um die Zahl der aufsteigenden Jahre des Spracherwerbs, sondern um das erreichte Lektüreniveau. Gemäß Beschluss der KMK („Vereinbarung über das Latinum und das Graecum“ vom 22.09.2005) setzt die Zuerkennung des Latinums die Fähigkeit voraus, „lateinische Originaltexte im sprachlichen Schwierigkeitsgrad inhaltlich anspruchsvollerer Stellen (bezogen auf Bereiche der politischen Rede, der Philosophie und der Historiographie) in Inhalt, Aufbau und Aussage zu erfassen“, im Wesentlichen also Texte von Cicero.
- Dieses Niveau wird im achtjährigen Gymnasium bei Latein als erster und zweiter Fremdsprache über den Pflichtunterricht nach der Spracherwerbsphase und zwei weiteren Lektürejahren in JGS 10 bei mindestens Note 4 im Jahreszeugnis erreicht und in diesem sowie im Abiturzeugnis bestätigt.
- Um Schülern des achtjährigen Gymnasiums, die Latein bereits nach der Jahrgangsstufe 9 ablegen wollen, um eine neu einsetzende spät beginnende Fremdsprache zu erlernen oder die Jahrgangsstufe 10 an einer Auslandsschule zu verbringen, einen vorzeitigen Erwerb des Latinums am Ende der Jahrgangsstufe 9 doch noch zu ermöglichen, wurde den Schulen die Möglichkeit eingeräumt, am Ende der Jahrgangsstufe 9 schulinterne Feststellungsprüfungen zum Erwerb des Latinums abzuhalten..
- Das Latinum ist nach wie vor in zahlreichen Fächern Studien- bzw. Prüfungsvoraussetzung (vgl. dazu die Informationen der Seite des Deutschen Altphilologenverbandes).
2. Gesicherte Lateinkenntnisse/Kleines Latinum
- Die Zuerkennung gesicherter Lateinkenntnisse bzw. des Kleinen Latinums setzt die Fähigkeit voraus, lateinische Originaltexte im sprachlichen Schwierigkeitsgrad inhaltlich einfacherer Prosatextstellen in Inhalt, Aufbau und Aussage zu erfassen (entsprechende antike, mittelalterliche und neuzeitliche Texte, z. B. Nepos, Curtius Rufus, Vulgata).
- Dieses Niveau wird im achtjährigen Gymnasium bei Latein als erster und zweiter Fremdsprache über den Pflichtunterricht nach der Spracherwerbsphase und einem weiteren Lektürejahr in JGS 9 bei mindestens Note 4 im Jahreszeugnis erreicht und in diesem sowie im Abiturzeugnis als „Kleines Latinum“ bestätigt.
- In der neuen LPO I werden für das Studium des Lehramts am Gymnasium in den Fächern Deutsch, Geschichte, Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch „gesicherte Kenntnisse in Latein“ als fachliche Zulassungsvoraussetzungen gefordert („Ausreichende Kenntnisse“ in Latein und Griechisch, die weiterhin für das Studium des Lehramts am Gymnasium in den Fächern Katholische und Evangelische Religionslehre gefordert werden, können wie bisher durch das Latinum und Graecum nachgewiesen werden).
3. Lateinkenntnisse
- Die Zuerkennung von Lateinkenntnissen setzt die Fähigkeit voraus, Texte, wie sie üblicherweise am Ende der Spracherwerbsphase in den vom Staatsministerium genehmigten Lehrbüchern zu finden sind, in Inhalt, Aufbau und Aussage zu erfassen.
- Dieses Niveau wird im achtjährigen Gymnasium bei Latein als erster und zweiter Fremdsprache in JGS 8 bei mindestens Note 4 im Jahreszeugnis erreicht.
Lerntipps
Tipps zum Vokabellernen
Der Erfolg in einer Sprache hängt wesentlich von der Beherrschung der Bausteine der Sprache ab. Deshalb erfordert das Lernen und Wiederholen des Wortschatzes von Anfang an große Sorgfalt. Deshalb hier einige Grundregeln für eine sinnvolle Vokabelarbeit:
- Es ist unbedingt nötig, die zu lernenden Wörter nicht nur still zu lesen, sondern auch immer wieder laut aufzusagen und zu hören und sie dazu noch auf Karteikärtchen zu schreiben. Schreibt jedes lateinische Wort immer gleich mit der deutschen Bedeutung ab!
- Lernt die Wörter sowohl deutsch-lateinisch als auch lateinisch-deutsch!
- Außerdem könnt ihr nach den bekannten Methoden der Lernkartei die Kärtchen sortieren nach Wörtern, die ihr sicher beherrscht. bis hin zu Wörtern, die noch gar nicht sitzen. Die Kärtchen eignen sich auch hervorragend dafür, Wörter zu sortieren: Z. B. alle Substantive, nach Deklinationen geordnet, auf einen Stapel; alle Verben, nach Konjugationen geordnet; alle "kleinen" Wörter.
- Bald werdet ihr feststellen, dass es Wörter gibt, die ihr euch leicht merkt, und solche, die schlecht behalten werden. Baut euch zu diesen schwierigen Wörtern "Eselsbrücken":

- Die erste Eselsbrücke ist eure Muttersprache: Viele Wörter klingen im Deutschen und Lateinischen ähnlich und sind miteinander verwandt, z. B. gaudere = sich freuen - die Gaudi.
- Die zweite Eselsbrücke: Ihr könnt häufig an schon gelernte Wörter aus derselben Wortfamilie anknüpfen. z. B. equus = das Pferd eques = der Reiter. Beachtet in eurem Lateinbuch die Hinweise dazu!
- Die dritte Eselsbrücke müsst ihr euch selbst ausdenken. z.B. zu procul = weit weg -"Broccoli mag ich nicht, der soll weit weg!" Erfindet eine kleine Geschichte zu dem Wort oder malt euch auf eure Karteikarten eine kleine Szene.
- Auch Computer lassen sich zum Wörterlernen verwenden. Im Buchners-Verlag (www.ccbuchner.de) ist eine Computer-Software zum neuen Unterrichtswerk Cursus B erschienen.
- Prägt euch beim Lernen nicht nur die Grundform ein, wie sie im Buch angeführt ist, sondern dekliniert und konjugiert die Wörter auch immer mal wieder.
- Wenn ihr am Abend prüft, was Ihr von den am Nachmittag gelernten Wörtern noch wisst, werdet ihr erstaunt feststellen, dass ihr bei einem Drittel nicht mehr sicher die Bedeutung hersagen könnt. "Poliert" also am Abend noch einmal die Wörter auf.
- Nützlich ist es, wenn nach der Selbstabfrage mit Hilfe der Karteikarten Eltern, ältere Geschwister oder Freunde Zeit haben, euch regelmäßig abzufragen; ihr gewinnt dann Sicherheit und müsst bei Abfragen und schriftlichen Arbeiten in der Schule nicht aufgeregt sein.
- Ganz sicher seid ihr erst, wenn ihr die Wörter z. B. auf dem Schulweg auswendig "herunterschnurren" könnt.
- Für das dauerhafte Behalten des Wortschatzes ist es nötig, dass er oft wiederholt wird. Es gilt immer noch der Spruch, den sicher manche (Groß-)Eltern noch aus ihrer Gymnasialzeit kennen: Repetitio est mater studiorum oder: Wiederholung ist die Mutter der Studien. Wiederholen ist das A und O des Wörterlernens. Ein Zeitaufwand von zehn Minuten täglich erscheint dafür angebracht.
- Wenn ihr euch schon möglichst viele Wörter im Unterricht merkt, fällt das gründliche Einprägen zu Hause leichter und zeitlich kürzer aus.
Tipps zum Vokabelabfragen
- Fragen Sie nicht unmittelbar nach dem Lernen ab und wiederholen Sie die Abfrage in zeitlichen Abständen!
- Fragen Sie lieber öfters kurz als selten lang ab!
- Lassen Sie Ihr Kind die Vokabeln auswendig aufsagen soweit es sie kann!
- Fragen Sie lateinisch-deutsch und deutsch-lateinisch ab!
- Lassen Sie sich alle Einzelheiten sagen! (Genitiv, Geschlecht, Stammformen, spezielle Fälle, alle Bedeutungen)
- Fragen Sie nie der Reihenfolge nach ab!
- Lassen Sie Ihr Kind die Vokabeln schreiben!
- Regen Sie Kind dazu an, sich Eselsbrücken auszudenken!
- Achten Sie darauf, dass Ihr Kind die neuen Vokabeln immer gleich auf Karteikärtchen schreibt!
Schüler helfen Schülern
Latein ist nicht "schwieriger" als ein anderes Fach, aber es erfordert eine kontinuierliche und genaue Arbeit. Die 6. und die 7. Klasse sind besonders wichtig, um sich eine gute Grundlage für eine erfolgreiche Latein-Karriere aufzubauen. Vor allem muss man sich intensiv um das Einprägen der Vokabeln kümmern. Insbesondere in den Anfangsjahren des Lateinunterrichts sind Misserfolge in Schulaufgaben sehr oft auf Wortschatzlücken und mangelnde Genauigkeit bei der Formenbestimmung zurückzuführen. Wenn die Defizite nicht selbstständig behoben werden können, erhoffen sich Eltern und Schüler/-innen Unterstützung durch professionelle Nachhilfe.
Gerade in den Fällen, bei denen es sich nicht um krankheitsbedingte Lücken handelt, ist es jedoch nicht erforderlich, viel Geld für Nachhilfeinstitute auszugeben. Am CEG gibt es - initiiert vom Elternbeirat - das Programm "Schüler helfen Schülern", d.h. ältere Schüler geben jüngeren für ein vergleichsweise geringes Entgelt in der Schule Nachhilfe.
Es lohnt sich, einmal bei seinem Lateinlehrer/seiner Lateinlehrerin nachzufragen und sich einen Kontakt vermitteln zu lassen. Ebenso bitten wir Schülerinnen und Schüler, die bereit sind, Nachhilfe in Latein zu geben, sich bei uns zu melden.
Büchertipps
Die Welt der Antike in Jugendromanen
"Klassiker":

- Winterfeld, Henry: Caius, der Lausbub aus dem alten Rom
Dieser und alle anderen Caius-Bände sind sehr beliebt, da sie den Leser auf witzige und spannende Weise in die Welt eines römischen Schuljungen entführen (ab 10) - Stöver, Hans Dieter: Quintus geht nach Rom; Quintus in Gefahr; Quintus setzt sich durch
Der Autor ist Geschichtsexperte und versteht es in zahlreichen Romanen meisterhaft, die Antike zum Leben zu erwecken.
außerdem: "Die letzte Fahrt der Triton" (im Jahr 71 v.Chr., zur Zeit der Sklavenaufstände und der Piratenplage, begeben sich die Leser mit dem 17-jährigen Marcus auf gefährliche Fahrt); "Daniel und Esther. Das Geheimnis der Vestalin" (eine spannende Entführungsgeschichte, bei der nur Cornelia, die oberste Vestalin, den Zwillingen auf der Suche nach ihrer Mutter helfen kann); (ab 12) - Sutcliff, Rosemary: Der Adler der Neunten Legion
Eine Erzählung aus der Zeit der römischen Besetzung Britanniens (ab 13)
außerdem: "Die Rückkehr des Odysseus", "Schwarze Schiffe vor Troja" (meisterhafte Nacherzählung der griechischen Mythen; spannend und treffsicher; opulente Illustrationen) - Baumann, Hans: Ich zog mit Hannibal (ab 13)
außerdem: Flügel für Ikarus (die Daedalus-Sage spannend nacherzählt) - Lechner, Auguste: Herkules; Ilias; Aeneas
(äußerst gelungene, da sehr lebendige Nacherzählungen griechischer und römischer Sagen)
"Krimis":
- In der Reihe "Verflixte Fälle aus Rom" (bzw. "...Pompeji") führt jedes Kapitel über eine eigenständige Kriminalgeschichte in die Zusammenhänge ein: in "Pompeji" helfen zwei Kinder ihrem Onkel beim Lösen von Kriminalfällen. Der Leser erfährt dabei Wissenswertes über Thermen, Theater, Wäschereien, das Alltagsleben usw. (Im Anhang sind die Auflösung, Zeittafeln, Stadtpläne)
- Die Reihe "Tatort Geschichte" bezieht tatsächliche historische Ereignisse und authentische Personen mit ein. Im Buch "Falsches Spiel in der Arena" wollen die Kinder des Rennfahrers Scorpus herausfinden, wer die Rennpferde vergiftet hat und damit für den Unfall ihres Vaters verantwortlich ist; außerdem: "Der Geheimbund der Skorpione"
- Die Reihe "Detektive im alten Rom" verbindet Information und Spannung: Den Sachbüchern liegen die Krimis als Extrahefte bei; um den Fall zu entschlüsseln, muss der Leserdetektiv das neu erworbene Wissen aus dem Sachbuch anwenden.
"Sonstiges":
- Katherine Allfrey: "Sie kamen nach Delos", "Taube unter Falken", "Die Trojanerin", "Aktis, der Sohn derTrojanerin" (basierend auf der griechischen Mythologie)
- Dillon, Eilis: "Im Schatten des Vesuv" (ein griechischer Sklavenjunge und sein röm. Herr erleben den Ausbruch des Vesuv; sehr spannend und mit vielen Informationen über das Leben in der antiken Stadt)
- Kaiser, Maria: "Lukios". "Drei Abenteuer im Römischen Reich". (ab 12 )
Internet im Lateinunterricht
Im Internet findet man sehr interessante und nützliche Links rund um den Lateinunterricht. Das Surfen lohnt sich! Doch Vorsicht! Gerade bei der Recherche für Referate und Übersetzungen sollte man vorsichtig sein: Zum einen gibt es viele Anbieter, die Geld für ihre Dienste verlangen. Schnell ist man durch einen Klick auf „o.k." etliche Euro los. Zum anderen stellen manche Leute Informationen - auch über antike Themen - ins Netz, die nur halb oder gar nicht stimmen. Deshalb heißt es: Kritisch sein bei privaten Infoseiten, die keine Quellenangaben enthalten. Solche Seiten, insbesondere private Schülerseiten mit Referaten, sollte man nie ungeprüft und nicht als (einzige) Quellen für eigene Arbeiten benutzen.
Apropos Quellen: Alle Internetseiten, die Ihr für Referate, Facharbeiten o.Ä. benutzt, müssen als Quellen angegeben werden (Internetadresse und Tag, an dem Ihr sie aufgerufen habt).
Einige seriöse Internetadressen findet Ihr hier:
1) Allgemeines und weiterführende Links
- www.kirke.hu-berlin.de
- www.lateinservice.de
- www.lateinforum.de
- www.latein-pagina.de
- www.latein24.de
- www.latein.at
- www.vox-latina-gottingensis.de
- www.univie.ac.at
- www.gymipro.de
2) Lateinische Texte
3) Übersetzungen
4) Grammatik
4) Römisches Alltagsleben
5) Römer in Deutschland/Ausflugstipps
- www.zum.de/Faecher/Materialien/bosch/latein/roemer_in_germanien.htm
- Limesmuseum Aalen
- Weißenburg - Thermen
- www.altmuehltal.de/walting/ventonia.htm (Römerlager Pfünz)
- www.phil.uni-erlangen.de/~p1altar/aeriahome.html (Antikensammlung Erlangen)
6) Lebendiges Latein
Nachrichten:
Latein - aktuell:
Spaß mit Latein:







