Christian-Ernst-Gymnasium Erlangen

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Gebäude und Geschichtliches

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Gebäude und Geschichtliches

Altbau

Das Christian-Ernst-Gymnasium ist eines der schönsten Schulgebäude Erlangens. Es wurde Anfang des 20. Jahrhunderts im Jugendstil gebaut. Die Ausgestaltung im Innern ist durch zahlreiche künstlerische Arbeiten geprägt. Der "Lehrerhimmel" steht beispielhaft für viele herausragende Arbeiten.

Impressionen rund um den Altbau.

Neubau

Im Schuljahr 2005/2006 wurde im Rahmen der vom Bund initiierten und geförderten IZBB-Maßnahme (Investitionsprogramm "Zukunft Bildung und Betreuung") ein Neubau erstellt, der für die Ganztagesbetreuung genutzt wird. Bilder zu diesem Neubau finden Sie hier.

Historie: Von der Lehrerinnenbildungsanstalt zum CEG

Im Jahr 2004 konnte das Christian-Ernst-Gymnasium Erlangen auf eine hundertjährige Tradition musischer Bildung zurückblicken. Denn 1904 wurde die Lehrerinnenbildungsanstalt gegründet, die als Vorläuferin des CEG anzusehen ist, da die musischen Fächer bei der Ausbildung von Volksschullehrerinnen besondere Bedeutung hatten. Zwar verlief die Entwicklung nicht ohne Brüche, gleichwohl ist diese historische Wurzel wie bei vielen anderen Musischen Gymnasien in Bayern unbestritten.

Zahlreiche Festveranstaltungen

Die vielfältigen Veranstaltungen anlässlich des Jubiläums begannen mit einem begeisternden Festkonzert am 21. Juni 2004, das unter dem Motto „Jubilate omnes gentes“ stand und auf eindrucksvollste Weise dokumentierte, zu welch herausragenden Leistungen Schüler und Lehrer eines Musischen Gymnasiums in der Lage sind. Am 23. Juli fand der eigentliche Festakt statt: Nach der Begrüßung durch den Schulleiter OStD Gerhard Wolf folgten Grußworte von Vertretern der Stadt, des Ministeriums, der Erlanger Gymnasien, des Elternbeirats, des Freundeskreis und der Partnerschulen. Professor Dr. Eckhart Liebau hielt die Festansprache zum Thema „Ästhetische Bildung heute“, in der er die Bedeutung der Künste und des Musischen unterstrich und eindringlich deren verstärkte Förderung in unserem Bildungssystem anmahnte. Schließlich erzählte ein Abiturient des Jahrgangs 1969 in witzig-pointierter Form von seinen Schulerlebnissen in turbulenten Zeiten. Großen Stellenwert hatten beim Festakt die Aktivitäten der Schüler, die das Programm nicht nur durch die unterschiedlichsten musikalischen Beiträge bereicherten, sondern in einer szenischen Darstellung auch die Geschichte des Gymnasiums beleuchteten und in satirischer Art und Weise die aktuelle Bildungspolitik thematisierten. Am nächsten Tag fand das Schulfest statt: Das bunte Programm verfolgten auch zahlreiche ehemalige Schüler und Kollegen, die ihre enge Verbundenheit zum CEG zum Ausdruck brachten und die Festivitäten zu Klassentreffen nutzten. In der letzten Schulwoche wurden dann die musischen Aktionstage gestartet: Die Schüler schwärmten in die Stadt aus und präsentierten der Öffentlichkeit ein Feuerwerk von über 70 verschiedenen Kleinkunstdarbietungen. Den fulminanten Abschluss des Jubiläumsjahres bildeten die Aufführungen des Musicals „Emil und die Detektive“, die die Zuschauer zu wahren Beifallsstürmen hinrissen.
Bleibt noch zu erwähnen, dass in einer umfangreichen Festschrift ein facettenreiches Bild der Schule gezeichnet und auch die Geschichte der musischen Bildung in Erlangen dargestellt wird. Die Entwicklung von der Lehrerinnenanstalt zum Christian-Ernst-Gymnasium soll im Folgenden in stark verknappter Form skizziert werden.

Die Zeit von 1873 bis 1904

Das Erlanger Mädchenschulwesen geht in seinen Anfängen bis ins 18. Jahrhundert zurück und erlebte im 19. Jahrhundert im Zusammenhang mit einer explosionsartigen Wissensvermehrung einen Aufschwung. Es entstanden überkonfessionelle Töchterschulen, weil die Elternhäuser die notwendige Bildung der Mädchen und jungen Frauen nicht mehr zu Hause leisten konnten. 1873 wurde das Vömel’sche Privattöchterinstitut errichtet, das die Stadt 1887 übernahm und als „Städtische höhere Töchterschule“ weiterführte.
1904 erfolgte die Gründung der Lehrerinnenbildungsanstalt, die mit der bisherigen Töchterschule verbunden war. Gemeinsam firmierten die Institutionen unter dem Namen „Städtische höhere weibliche Bildungsanstalt“. Als Leiter fungierte bis 1925 der Stadtschulrat und Schulreferent Dr. Hermann Hedenus. In insgesamt zwölf Schuljahren wurden die Mädchen und jungen Frauen auf den Beruf der Volksschullehrerin vorbereitet. Dabei wurden die musischen Fächer Deutsch, Zeichnen, Gesang, Violine und Turnen besonders gepflegt.

Die 1. Klasse des Lehrerinnenseminars und die 4. Klasse des Lyzeums (heute: Marie-Therese-Gymnasium) mit der späteren Schulleiterin Dr. Elisabeth Ewald (rechts), 1924/25 (aus: Erlanger Stadtlexikon, S. 458)
Die 1. Klasse des Lehrerinnenseminars und die 4. Klasse des Lyzeums (heute: Marie-Therese-Gymnasium) mit der späteren Schulleiterin Dr. Elisabeth Ewald (rechts), 1924/25 (aus: Erlanger Stadtlexikon, S. 458)

Die Zeit bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges

Die Schülerzahl stieg schnell, sodass 1909 ein neue Schulhaus bezogen werden musste. Anlässlich eines geplanten Besuchs des bayerischen Königspaares bekam die Bildungsanstalt am 21. Juli 1914 den Namen der Gemahlin Ludwigs III. verliehen und hieß seitdem Marie-Therese-Schule.
Als Folge des am 2. August 1914 begonnenen Ersten Weltkrieges wurden verschiedene Gebäude von Stadt und Universität als Lazarette gebraucht. Der Unterricht konnte trotzdem, wenn auch unter manchen Störungen und Einschränkungen, fast den ganzen Krieg über durchgeführt werden.
Am 1. April 1925 wurde die Lehrerinnenbildungsanstalt verstaatlicht, die Trennung von der städtischen höheren Mädchenschule wurde damit erneut ein Stückchen vorangetrieben, obwohl die Leitung beider Institutionen weiterhin in einer Hand lag. Direktor wurde 1925 Dr. Wolfgang Blos.

Die Schule als Lazarett
Die Schule als Lazarett

1933 kamen die Nationalsozialisten an die Macht. Wer die Jugend hat, versicherten sie, hat die Zukunft. Und so galt der „Erfassung“ der Jugend das besondere Augenmerk nationalsozialistischer Politik. „Im Mittelpunkt von Unterricht und Ausbildung standen ideologische Werte wie Ehre, Deutschtum, Blut, Boden, Rasse und Hass auf Minderwertige. Eine gewalttätige, herrische und heroische Jugend sollte herangebildet werden.“ (H.-U. Thamer) Das bedeutete eine Kampfansage an die rationalen und humanitären Traditionen der Aufklärung und an die Bildungsziele der Schule. Die Marie-Therese-Schule zeigte sich von Anfang an systemkonform, ihre nationalsozialistische Ausrichtung wurde schnell deutlich. So kam es nicht überraschend, dass im Januar 1936 ihr Leiter Dr. Blos beurlaubt wurde, der als konservativ gesinnter Mann den Nationalsozialisten ein Dorn im Auge war und antisemitische Aktionen eines Lehrers unterbinden wollte.
Bezüglich der Schulform trat mit Beginn des Schuljahres 1935/36 eine entscheidende Änderung ein, denn nach einem Beschluss der NS-Regierung wurden die Lehrerbildungsanstalten in Bayern abgeschafft und in staatliche deutsche Aufbauschulen umgewandelt, die zur Hochschulreife führten. Die eigentliche Fachlehrerbildung erfolgte in den „Hochschulen für Lehrerbildung“, deren Besuch das Abitur voraussetzte; die Volksschullehrer erfuhren also, wie von ihnen schon lange gewünscht, eine akademische Bildung. Die Aufbauschule im Bereich der Marie-Therese-Schule war zwar weiterhin in erster Linie für künftige Lehrer gedacht, mit einer Ergänzungsprüfung ermöglichte sie aber auch jedes andere Studium. 1937 wurde schließlich die Ausbildungszeit an allen höheren Schulen auf acht Jahre verkürzt.
Auch im Krieg konnte der Unterricht in den Erlanger Schulen im Großen und Ganzen in geregelten Bahnen stattfinden. Ab Februar 1945 diente das Schulhaus als Lazarett, weshalb Räume anderer Bildungseinrichtungen mit benutzt werden mussten. Mit dem Einmarsch der Amerikaner im April 1945 wurde der Unterricht eingestellt und erst im Dezember desselben Jahres notdürftig wieder aufgenommen.

Von der Aufbauschule zum Deutschen Gymnasium

Während das frühere Mädchenlyzeum 1946 zur Oberrealschule ausgebaut und 1949 zu einem Realgymnasium umgestaltet wurde, wurde 1946 die staatliche Aufbauschule wieder in eine Lehrerbildungsanstalt zurückverwandelt. Auch Jungen wurden aufgenommen, weil ein großer Bedarf an Volksschullehrern bestand und man wegen der allgemeinen Not den Eltern nicht die auswärtige Heimunterbringung ihrer Kinder zumuten wollte. Mit dem Wiederaufbau des Erlanger Schulwesens beauftragten die Besatzungsmächte den im Jahre 1936 beurlaubten Dr. Blos. Dem 67-Jährigen übertrug man die Leitung der Mädchenoberschule und der Lehrerbildungsanstalt. 1949 wurde, nachdem Dr. Blos endgültig in den Ruhestand versetzt worden war, Frau Dr. Ewald zur Schulleiterin ernannt. In der Zeit von 1947 bis 1949, in der auch die Schulspeisung durchgeführt wurde, musste mehrmals der Unterricht ausgesetzt werden, da die Schulen nicht ausreichend geheizt werden konnten. Nach intensiver Diskussion kamen die Bildungsexperten zu dem Schluss, dass für die Ausbildung zum Volksschullehrer das Abitur wieder Voraussetzung sein sollte. Deshalb wurde die Lehrerbildungsanstalt 1949 erneut zu einer höheren Schule umgestaltet, in der die musischen Fächer besonders gepflegt wurden. Es gab verschiedene Übergangsregelungen, bis 1954/55 aus der Lehrerbildungsanstalt das „Staatliche Deutsche Gymnasium und Institut für Lehrerbildung“ wurde, in dem in vier Semestern die Volksschullehrer auf ihren Dienst vorbereitet werden sollten. Schließlich wurde das Institut für Lehrerbildung am 1.September 1956 nach Nürnberg verlegt. Damit hatte die mehr als fünfzigjährige Tradition der Volksschullehrerbildung in Erlangen ihr Ende gefunden.
1960 löste OStD Koeppen seine Vorgängerin Frau Dr. Ewald ab. Ihm lag die Entwicklung des Deutschen Gymnasiums, das mit 20% der Gesamtschülerzahl nur einen kleinen Teil der Marie-Therese-Schule ausmachte, besonders am Herzen. Er forderte die Aufgliederung der Schule in zwei selbständige Institutionen und nahm schließlich die Trennung in Angriff.


Südostansicht der

Die Entwicklung bis zur Gegenwart


Im Sommer 1963 erfolgte die endgültige Teilung der Schulen. Dr. Wießner wurde neuer Leiter des städtischen Realgymnasiums (seit 1965 Marie-Therese-Gymnasium), OStD Koeppen leitete das staatliche Deutsche Gymnasium, das bald - wie die anderen Deutschen Gymnasien in Bayern auch - in Musisches Gymnasium umbenannt wurde. Mit der institutionellen ging die räumliche Trennung einher: Das Deutsche Gymnasium bekam ein eigenes, in der Stadtmitte gelegenes Schulhaus, das Prinzregent-Luitpold-Schulhaus am Langemarckplatz. Seit 1965 trägt das Gymnasium den Namen des Markgrafen Christian Ernst, womit dessen Toleranz gegenüber Andersgläubigen, insbesondere gegenüber den Hugenotten gewürdigt werden soll.
Von Anfang an legte Herr Koeppen großen Wert auf das musische Profil, ohne die anderen Fächer zu vernachlässigen. Was im Jahresbericht 1964/65 formuliert wird, hat auch heute Gültigkeit: „Mit der Bezeichnung ‘Musisches Gymnasium’ wird unsere Schule eindeutig ihren Schwerpunkt angeben: Wohl stehen unsere Anforderungen in den geistes- und naturwissenschaftlichen Fächern hinter keiner anderen höheren Schule zurück, doch werden wir stärker als andere höhere Schulen einer dem Sachlichen verhafteten höheren Bildung in der Erschließung der seelischen Kräfte und des musischen Eigenschaffens und Erlebens ein wohltuendes Gegengewicht geben.“
Das CEG wuchs von 1963 (281 Schüler) bis 1974 (923 Schüler) enorm. So konnte OStD Koeppen, als er 1975 in den Ruhestand trat, auf eine überaus erfolgreiche Zeit als Schulleiter zurückblicken. Sein Nachfolger wurde Dr. Harald Popp, der mit größtem Elan und außerordentlicher Tatkraft die Geschicke des Gymnasiums bis 1994 lenkte. Als Honorarprofessor verkörperte er eine besonders geglückte Verbindung zwischen Gymnasium und Universität. In seiner Ära wurden viele Neuerungen wie die Kollegstufenreform zum Wohle der Schüler umgesetzt, aber auch Schulpartnerschaften gepflegt, umfangreiche Baumaßnahmen durchgeführt und die Referendarausbildung etabliert. 1994 übernahm OStD Gottfried Bauer die Leitung des CEG. Ihm folgte 1999 OStD Gerhard Wolf, unter dessen Ägide seitdem zahlreiche Reformen in Angriff genommen wurden, z. B.: Teilnahme am „Modellversuch zur Reform der Unter- und Mittelstufe am Musischen Gymnasium“, Änderung der Sprachenfolge: Englisch statt Latein als erste Fremdsprache, Möglichkeit, Italienisch als neu einsetzende Fremdsprache in der 11. Klasse statt Englisch oder Latein zu wählen. Notwendige Renovierungen wurden durchgeführt, außerordentliche Investitionen im Bereich der neuen Medien, des Mobiliars und der Instrumente getätigt. Im Zusammenhang mit der Einführung des achtjährigen Gymnasiums entsteht ein Erweiterungsbau, der den Schülern nicht nur Speiseräume für die Mittagsverpflegung, sondern auch ein angenehmes Umfeld für lange Schultage bieten soll. Die in den letzten Jahren gestiegenen Schülerzahlen belegen den Erfolg der Innovationen und unterstreichen Ansehen und Wertschätzung des Christian-Ernst-Gymnasiums.

Frontansicht des CEG heute

Pausenhof des CEG heute

 

Lehrerbildung seit 1977

1977 schloss sich in gewisser Weise der Kreis der Lehrerbildung. Denn in diesem Jahr wurde ein Studienseminar am CEG eröffnet. Zwar werden nicht mehr Volksschullehrerinnen wie ab 1904 ausgebildet, sondern Referendare auf das Zweite Staatsexamen und ihren Beruf als Gymnasiallehrer vorbereitet, doch geht es in beiden Fällen um die Qualifizierung von Pädagogen. Seit 1977 wurden ca. 300 Studienreferendarinnen und Studienreferendare in den Fächern Deutsch, Englisch, Geschichte, Sozialkunde, Evangelische Religionslehre und Sport/weiblich am CEG auf das Lehramt an Gymnasien vorbereitet. Dabei stellt das Studienseminar stets eine Bereicherung für die Schule dar, da sich die jungen Kollegen mit außerordentlichem Engagement, mit Kreativität und erzieherischem Elan ihren neuen Aufgaben widmen.

Schulleiter

1945-1949: OStD Dr. Blos
1949-1960: OStDin Dr. Ewald
1960-1975: OStD Köppen
1975-1994: OStD Dr. Popp
1994-1999: OStD Bauer
seit 1999: OStD Wolf

Namenspatron Markgraf Christian Ernst (21.07.1644 - 10.05.1712)

Mitglied der jüngeren brandenburgischen Linie der Hohenzollern, die seit 1603 in Franken regieren; Markgraf von Bayreuth-Kulmbach. Seine wichtigsten Leistungen für Erlangen:

1686: Ansiedelung von aus Frankreich vertriebenen Hugenotten in der dafür gegründeten Kolonie Christian-Erlang
1708: Erhebung Erlangens zur 6. Hauptstadt des Markgrafentums und zur Nebenresidenz

Christian Ernst, Markgraf von Brandenburg-Bayreuth, Schabkunstblatt von Jacob Weigel (um 1690), Erlangen, Stadtarchiv
Christian Ernst, Markgraf von Brandenburg-Bayreuth, Schabkunstblatt von Jacob Weigel (um 1690), Erlangen, Stadtarchiv

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 21. Juni 2010 um 11:37 Uhr  

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Langemarckplatz 2

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